Wann es Zeit ist Prinzipien zu brechen

Liebe Leserin, lieber Leser,

Prinzipien zu haben ist keine schlechte Sache. Ich war in meiner Jugend ein großer Fan von Prinzipien,  ganz anders als die meisten in meinem Alter. Durch meine Prinzipien, die ich für „richtig“ und „unfehlbar“ hielt, fühlte ich mich reif und vorallem sicher in meinen Entscheidungen. „Kein Alkohol“, „Nicht rauchen“, „Kaum Make-Up“, „Gerechtigkeit an allen Fronten“, „Ehrlichkeit ohne Grenzen“. Etwas aus Prinzip zu tun oder eben nicht zu tun erleichtert einem Stringenz im Leben. Man bekommt die Unendlichkeit der Möglichkeiten in den Griff und man schafft sich Antworten auf die Fragen „Wer bin ich und an was glaube ich?“. Ob die Jugend dafür das richtige Alter ist, kann ich nicht  sagen. Mir hat es in jedem Fall nicht geschadet, ich konnte mir treu bleiben, bereue absolut nichts. Lange Umwege über unangenehme Erfahrungen sind mir erspart geblieben.

Vor einiger Zeit bin ich jedoch in einen Lebensabschnitt geschlittert, in dem mir viele meiner Prinzipien zu eng wurden. Einige von ihnen gaben mir keinen Raum mehr für Entwicklung, für Erfahrungen. Ich warf sie über Bord, wollte wissen, ob sie es wert waren nach ihnen zu leben.

Ich habe mich diesen Sommer, eher unverhofft, betrunken. Und ich habe mittlerweile eine stolze Sammlung Make-Up. Ich habe gelernt Menschen zu akzeptieren, die wenige oder keine Prinzipien haben und die Bereitschaft erlangt etwas von ihnen zu lernen. Ich habe einen Blog, obwohl mir viele Auswüchse des Internets suspekt sind.

Ich trinke nie wieder! Es schmeckt mir nach wie vor nicht und das Elend am Morgen überschattet den Glamour des Abends bishin zur totalen Finsternis. Die Wahrheit in all ihren Facetten bleibt mein höchstes Gut und ich sehne mich weiterhin nach Gerechtigkeit. Das Fundament hält. Das Relief aber ist unfertig, schlängelt in alle Richtungen und zurück. Ich bin eine junge Frau, der ein schönes Make-Up steht und mir macht das bloggen großen Spaß.

Prinzipien zu haben, sie zu brechen, sie wieder aufzunehmen oder endgültig zu verwerfen ist für mich eine Form von Freiheit, die mir erlaubt mein Leben immer und immer wieder neu auszurichten und mich dabei gut zu fühlen. Ich bestimme meine Regeln im Leben und nicht die Regeln mich.

Sind Prinzipien also zum brechen da? Unbedingt, denn davon leben sie!

Auf bald,

Cali

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