Keinlichtschatten

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn die Sonne nur noch blutrot scheint, der Nebel jede Sicht verwehrt und der Schnee eisern weht, dann wirkt die Welt ganz lebensfeindlich. Keine Kuh grast auf der Weide und kein Vogel gurrt im Baum. Menschen sind nicht auf der Straße, nur hier und da ihre Autos.

Viele Scheinwerfer leuchten aus nah und fern, andere bleiben lieber aus.  Er ist doch schnell hier und sie bald da.  Ein anderer raucht und telefoniert. Denn ihm machen die Bäume Platz, wenn er die Kontrolle verliert.

Etwas anderes sagt die Grabkerze in der Kurve. Ein kleines Licht für viele Tränen. Manche sehen es, andere nicht. Lang ist’s nicht her, dass jemand hier war und es entzündete, denn die Witterung fragt nicht.

Peitscht der Schnee von Westen her gegen die Allee, entstehen auf der Ostseite Muster im Schnee, die aussehen wie Schatten. Die gibt es eigentlich nicht ohne Licht, doch jetzt strahlt die verglühende Sonne nur noch für sich. Darum nennt man die grauen Stifte heute bestimmt Keinlichtschatten.

Bis bald,

Cali

 

 

 

 

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