Unser Soundtrack

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich habe gestern Abend den französischen Film „Ziemlich beste Freunde“ gesehen. Er hat mir gut gefallen, war rund.

Ich war völlig in die Geschichte vertieft, habe im Geschehen gebadet und das war nicht zuletzt der Filmmusik zu verdanken. Die ständige musikalische Untermalung konnte jede einfache Szene zu einer nachdenklich schönen machen. Ein Blick, das Öffnen der Tür. Mir schießen dann schnell die Tränen in die Augen. Wieviele solcher Momente erlebt man täglich, aber an ihnen kann man nichts ergreifendes finden. Auch wenn sie in ihrer Bedeutung nicht minder wiegen, als jene im Filmleben. Erst wenn etwas Zeit vergangen ist und die Erinnerung ihren endlosen Schleier über das Geschehene legt und aus dem damals eine Geschichte wird, hören wir die ersten Töne. Pling, Pling- ja, so war das. Beschissene Situation, aber hatte ‚was. Sie war eine wichtige Lehre oder ein Anfang. Heute kann man das sagen und dann spielt ein Orchester zum eiskalten Regen jener Nacht, der einem in den Nacken lief. Plötzlich sieht man die Blicke in Zeitlupe und  genießt die nervenzerreißende Pause bevor man die richtige oder falsche Entscheidung trifft, um dann mit dem Tempiwechsel in Richtung Zukunft zu fahren.

Wenn wir diese Musik doch nur immer hören könnten, dachte ich. Sofort, damit es sich besser anfühlt, uns nicht so ärgert oder verletzt. Sie gäbe dem Moment seine Berechtigung in unserem Leben als Kunstwerk, wir müssten nicht an ihm oder uns zweifeln. Wir könnten ihn akzeptieren und ihn sogar genießen in all seiner Vielfalt, das Glück begrüßen und der Grausamkeit begegnen.

Vielleicht gehört das zu unseren Herausforderungen, die Klänge unseres Lebens immer schneller und öfter zu hören. Nicht erst Jahre vergehen zu lassen oder uns bis in alle Ewigkeit die Ohren zu zuhalten. Wir würden die Lücke immer spüren, uns unvollständig fühlen. Jedem Tag seinen Klang zu geben, ihm Eingang in unser Dasein zu gewehren und das jedem zukünftigen versprechen zu können, ist das Ziel.

Wenn meine Nachbarn mir einmal mehr ihre Version des Lebens „vorstellen“, dann liegt es in meiner Macht sie für die meinige zu nutzen. Ein ehrliches Lächeln bei der nächsten Begegnung und das Wissen, um meine Bemühungen einer neuen Wohnung, machen aus dem dumpfen Bass von nebenan ein kleines Lied, dass in meinen ganz persönlichen Soundtrack eingehen wird.

Auf bald,

eure Cali

P.S.: Ich habe über die letzten Tage einige Themen gesammelt, über die ich gern etwas schreiben würde. Leider stelle ich pro Tag, wenn überhaupt, einen Artikel fertig. Also muss ich mich entscheiden. Am liebsten würde ich euch wählen lassen, denn ich finde alle Bereiche gleichermaßen interessant. Darum gebt mir ruhig einmal ein kleines Feedback durch eure Kommentare, ob ihr bisher irgendwas total überflüssig fandet oder andere Themenbereiche zu kurz kamen. Das heißt nicht, dass ich mich daran halte, aber es gibt mir ein Gefühl und von denen kann man nicht genug haben.😉

One thought on “Unser Soundtrack

  1. Liebe Cali,

    also ich bin noch nicht durch mit allen Texten. Aber was ich bisher über das menschliche Miteinander gelesen hab bei Dir, davon könnt ich noch mehr haben.

    Liebe Grüße von Kirstin

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