So wird das nichts

Liebe Leser,

in Ausschnitten habe ich kürzlich eine Kundgebung der Antifa (Antifaschistische Aktion) anlässlich des Landesparteitags der NPD vor der Parteizentrale selbiger in Berlin-Köpenick verfolgt. Dolles Ding. Standen doch tatsächlich zwanzig, dreißig Leute unweit der Zentrale auf dem Platz und haben ihren Parolen Luft gemacht. Bierzeltstimmung bei Eiseskälte. Für ein Verbot der NPD haben sie sich ausgesprochen. Guter Gedanke, miese Umsetzung.

Dabei ist mir eine Wortgruppe abermals ganz schwer auf den Magen gefallen. Wie üblich in diesen Tagen wurde gegen den „rechten Terror“ angeschrien. Eine ganz schlechte Voraussetzung um ernst genommen zu werden, möglicherweise „Außenstehende“ zu mobilisieren, geschweige denn tatsächlich etwas zu bewegen, ist seine Hausaufgaben nicht zu machen und stattdessen den allseits gehassten Medien fleißig nachzuplappern. Tolles Wort dieser „Terror“, von Innen- und Außenministern geliebt und nun wieder Kassenschlager der Zeitungen als Betitelung der NSU-Verbrechen. Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff und ist er tatsächlich so anwendbar wie derzeit praktiziert?

Zu prüfen: Richardson, Louisa (2007): Was Terroristen wollen. Frankfurt/New York: Campus Verlag.

„Bis in die Antike zu den Sicarii, einer nach ihrer Tatwaffe, dem Dolch (lateinisch sica), benannten Gruppierung Aufständischer (Richardson, 2007:51), reicht die Entstehung terroristischen Handelns zurück. Damals war der Gedanke der „Dolchträger“ sich ihrem Ziel, der Beendigung der römischen Herrschaft über Palästina (Richardson, 2007:51), durch die Verbreitung von Angst zu nähern. Das willkürliche Töten in großen Menschenmengen transportierte damals wie heute die gleiche Botschaft in die Mitte der Gesellschaft: Überall und zu jeder Zeit lauert der Tod. Louisa Richardson führt folgende Merkmale eines Terroristen an: Er ist politisch motiviert, er handelt gewaltsam und verfolgt mit dem einfachen Terrorakt zunächst lediglich die Verbreitung einer Botschaft. Die Opfer seiner Handlungen sind nicht das Publikum, das er erreichen will, sondern gezielt unbeteiligte Zivilisten. Insbesondere Letzteres grenze den Terroristen von anderen gewalttätigen Aktionären nachhaltig ab, so Richardson (2007:28 ff.)“

Die Opfer des NSU waren keine willkürlichen. Die Täter haben sie Aufgrund ihrer Ethnie ausgesucht und gezielt ermordet. Sie waren keine Terroristen, sondern Mörder.

Der Begriff des „Terrorismus“ wurde bis heute nicht endgültig definiert und wird darum immer wieder missbräuchlich verwendet, um, und das ist ironisch, abermals „Schrecken“ zu verbreiten. Solange aus dem linken Spektrum bei solchen Aktionen nicht mehr Klarsicht, Vernunft und Kompetenz kommt, wird sie sich immer wieder zum Belustigungsobjekt degradieren. Und das zu recht. Solcher Aktionismus darf nicht zur Plattform für unkanalisierte Energie und Wichtigtuerei verkommen. Erst kommt die Selbstreflexion, dann die Formation und schließlich wird angegriffen!

Auf bald,

Cali

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