Die drei berühmten Taten

Meine lieben Leser,

ich weiß nicht, wie viele von euch schon mal in Berlin waren, es öfter sind oder sogar hier wohnen. Berlin ist groß, wuselig und wenn man das möchte anonym. Man kann abtauchen oder oben schwimmen und sich zeigen. Ich bevorzuge Variante Eins. In Bus und Bahn bin ich gern mit mir allein, höre (leise =)) Musik,  guck‘ ein bisschen aus dem Fenster und träume vor mich hin. Ich finde vorbeiziehende Landschaften an den Fenstern eines Zuges sehr romantisch und wenn man von etwas außerhalb in die City fährt, kann man das erleben.

Für einige Momente verlief meine gewohnte Verfahrensweise reibungslos, bis zwei Niederländer in die Bahn einstiegen. Sie setzten sich genau neben mich und sprachen miteinander. Gott, hört sich das lustig an! =) Ich kann mich dann immer schwer auf etwas anderes konzentrieren, also habe ich ihnen ein bisschen zugehört. Tun wir doch alle, oder? Ich habe nichts verstanden, aber bemerkt dass sie diskutiert haben und sich gegenseitig Fragen stellten. „Endstation, bitte alle aussteigen!“ Alle standen auf, nur meine beiden Mitreisenden blieben nichtsahnend sitzen. Sie wären glatt wieder dahin zurückgefahren, wo sie herkamen. Verständlich, denn es ist immer schwer den Nahverkehr in einer fremden Stadt zu begreifen. Lockend habe ich ihnen also zugewunken. Das haben sie nicht verstanden, „This is the end.“ dagegen schon. 1. gute Tat.

Den ersten Termin hinter mich gebracht, wollte ich die Zeit zum nächsten in einem großen Kaufhaus überbrücken und die Feinkostabteilung inspizieren. Die großen Hotspots in Berlin werden häufig als Treffpunkte genutzt und so standen auch gestern einige Leute wartend vor der Tür. „Pling.“ Irgendwas hatte geklimpert und als ich mich umdrehte, sah ich wie ein wirklich schöner, großer silberner Ohrring am Boden lag und fast im Getümmel weggeschwemmt worden wäre. Die Besitzerin stand direkt davor und hatte trotzdem nichts bemerkt. Ich sprach sie an und die erste Reaktion war wie immer skeptisch. Aber als ich dann auf ihren Ohrring zeigte, lächelte sie, während ich schon fast in mitten von Gewürzen und exotischem Obst verschwunden war. 2. gute Tat.

Eine gute Tat fehlte nun noch und da ich ungern etwas halb mache, nahm ich die letzte selbst in die Hand. Um nun dorthin zu kommen, wo ich hin wollte, musste ich mir eine neue Fahrkarte kaufen. Die alte war abgelaufen. Für wenige Stationen brauchte ich nun ein vollwertiges Ticket, was viel länger gültig sein würde als ich es benötigte. Ich spielte mit dem Gedanken schwarz zu fahren, aber mein Gewissen und Wissen um den Lauf der Dinge überzeugten mich vom Gegenteil. Und prompt wurde ich kontrolliert! Jetzt reichte es mir diesen Halsabschneidern widerstandslos so viel Geld in den Rachen zu werfen und darum verschenkte ich mein Ticket nach Ankunft am Ziel an jemanden, der kurz davor gewesen war seines zu „knipsen“. Er freute sich und ich mich erst. 3. gute Tat.

Ganz unverhofft und ungeplant bin ich so zu einem vorbildlichen Pfadfinder und Menschen geworden. Wusstet ihr, dass die Pfadfinder sich nur eine gute Tat am Tag vornehmen, wie komme ich denn auf drei? Ganz egal, zu viel Gutes kann man schließlich nicht tun.😉

Kommt gut ins Wochenende,

eure Cali

2 thoughts on “Die drei berühmten Taten

  1. Hallo liebe Cali,

    vor kurzem habe ich mich selbst zu einer (Seelen) Reise verpflichtet, bei der es unter anderem darum ging, täglich einer völlig fremden Person Gutes zu tun. Zum Beispiel, indem ich etwas Nettes sage, aufmunternd zulächle….

    Es war schon wirklich erstaunlich, wie sehr mein eigenes Wohlbefinden dadurch stieg.

    Du hast heute also wirklich nihct nur drei gute Taten vollbracht, du hast für dich und mindestens 3 andere Menschen die Welt ein wenig bunter gemalt.

    Echt cool.

    Hat mich sehr gefreut, das zu lesen.

    Und auch deine anderen Einträge mag ich sehr. Du hast eine lockere erfrischende Art, die Worte zu wählen, dass es mir beim Lesen ganz warm wird.

    Irgendwo zwischen Bauch und Herz und ganz weit ausstrahlend.

    Deswegen sage ich dir ein riesiges DANKE für dich und deinen Blog hier.

    Liebe Grüße
    von Vreni

    • Hallo Vreni,

      oh, das ist so ein tolles Kompliment. Da wird es mir gleich warm ums Herz. =D Ja, man sollte dieses Ziel viel öfter verfolgen und es vor allem so weit verinnerlichen, dass es ganz normal wird. Schwer. Aber wir arbeiten dran. Viele Grüße zurück, Cali =)

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