Wie sehr müssen wir leiden, um etwas ändern zu wollen?

Meine lieben Leser,

wir alle tauschen uns mit unserer besten Freundin, den Nachbarn oder der Familie über unsere Sorgen und Probleme aus. Einige bloggen darüber, andere lesen lieber. Und auch wenn man all das nicht tut, sind sie da. Und dann quälen sie meist noch viel mehr.

Kein Job, keine Familie, keine Chance. Kein Glaube, keine Kraft, keine Perspektive. Kein Geld, kein Talent, kein Sinn. Kein Glück, keine Liebe, kein Platz.

Es gibt unendlich viele Gründe, Situationen und Umstände, die uns unglücklich machen können und ganz oben auf unserer „Probleme-Liste“ stehen. Einige davon sind „schlimmer“ als andere, manche kommen, andere gehen und ganz bestimmte bleiben für immer. Sie sind fies und gemein, rauben uns den Blick für das Schöne und Gute und unsere Kraft mit ihnen fertig zu werden. Das denken wir zumindest.

Doch ich weiß um den Moment im Leben, in dem wir über all die üblichen Sorgen hinweg getroffen werden können von unendlichem Leid und der unser Denken nachhaltig verändern kann. Es ist etwas passiert, was wir nie für möglich gehalten hätten und nach dem alles anders sein wird. Unsere Welt kracht in sich zusammen und dabei bleibt kein Stein mehr auf dem anderen. Ein einziger Schutthaufen türmt sich auf und wir sitzen mitten drin. Man weint Tage und Nächte, doch es kommt der Punkt, an dem selbst Tränen nicht mehr helfen, sie versiegen und darum schweigt und starrt man. Und man wartet. Und wartet. Und wartet…aber es wird niemand kommen, der alles ungeschehen macht.

Endlich ist es einmal so still, dass wir etwas hören können, das wir vorher im Tumult unseres intakten Lebens noch nie gehört haben. Ein Ton, ein Licht, ein was auch immer. Wenn wir aufstehen wird es größer, bleiben wir sitzen wird es vollständig erlöschen. Und da ist sie, unsere Chance.

Ich frage mich manchmal, ob ein jeder einmal in einer solchen Situation sein muss, um endlich umdenken zu können. Zu viele Leute suhlen sich in ihren Luxusproblemen, statt die Fenster endlich aufzureißen und rauszubrüllen „Ich bin hier und du bist da!“ Muss uns erst unser Herz rausgerissen werden, damit wir bemerken, dass wir eines haben? Müssen uns erst alle Wege versperrt werden, damit wir verstehen, dass wir alle Möglichkeiten der Welt besitzen? Muss es erst so finster werden, dass man bei Tageslicht die eigene Hand vor Augen nicht sieht, damit wir begreifen, dass die Sonne jeden Tag scheint?

Ich weiß es nicht, aber ich will einfach nicht daran glauben. Es muss doch einen anderen Weg geben.

Cali

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2 thoughts on “Wie sehr müssen wir leiden, um etwas ändern zu wollen?

  1. Hallo, Du fragst ob es einen anderen Weg gibt….. ich kann Dir sagen Ja.
    Du findest antworten z.B. in meinem Block für angewandten Buddhismus unter Buddha4U

    Wenn Du zufällig mal nach Thailand kommen solltest… nach Jomtien, dann kannst Du mich ja mal besuchen oder an einem meiner Seminare für angewandten Buddhismus teilnehmen😉
    herzliche Grüße aus Thailand Athit

  2. Liebe Cali,

    wie oft hab ich mich das selbst schon gefragt. Aber ich hab auch genau diese Erfahrung gemacht, erst, wenn alles zusammenkracht, finde ich oft die Lösung ganz einfach. Oder aber ich brauche gar keine Lösung mehr, da das Problem offenbar mit zusammengekracht ist. Jedes Mal nehm ich mir vor: Aber jezt gehst du das anders an. Na ja, wenn ich doch nur nicht so vergeßlich wäre.😉

    Liebe Grüße von Kirstin

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