Die Schönheit im alltäglichen Detail

Meine lieben Leser,

während die Polizei ihr allwöchentliches Meeting mit einigen Bewohnern hier im Haus abhält, werde ich mal viel positive Energie versprühen und euch schreiben.

Wenn man so viel Unschönes wie ich zur Zeit um sich herum hat, hilft es nur das Schöne zu suchen und noch mehr zu ehren als sonst schon. Dabei kommt es nicht darauf an, ob es groß oder klein, auffällig oder unauffällig ist, sondern darauf, dass es da ist. Ich bin sicher, wir gehen im Alltag viel zu oft über die Attraktionen unseres Lebens hinweg ohne sie angemessen zu würdigen.

Ein Blick, der sich jeden, wirklich jeden Tag lohnt, ist der in den Himmel. Eigentlich kaum zu übersehen. In unzähligen Varianten kann man hier die Schönheit unserer Welt bewundern und sich befreiend klein fühlen. Kostenlos und unabhängig von Termindruck und Stress. Wenn man an der Ampel steht oder sogar im Stau, in der Bahn sitzt oder zum Supermarkt hastet, dieser Anblick bietet sich immer und für jeden.

Doch wir können auch ganz bewusst dafür sorgen uns mit schönen Dingen zu umgeben, die unseren Alltag schmücken und ihm die Qualität geben, die er verdient hat. Das fängt bei der morgendlichen Tasse Kaffee an. Warum steht das gute Geschirr das ganze Jahr über im Schrank, um lediglich Weihnachten und zum Geburtstag seinen vollen Glanz entfalten zu dürfen? Tasse, Untertasse und der schönste kleine Löffel, den der Besteckkasten hergibt sind das Mindeste an jedem Tag. Darin sieht der einfache Filterkaffee oder der Crema aus der neuen Maschine noch so viel einladender aus und schmecken wird er erst.

Und wer die Schatten nicht mehr sieht, die nachts durch die Fenster kommen, um Figuren und Gefühle an die Wand zu malen, sollte mal wieder darauf achten. Das ist allemal besser als über den nächsten Tag nachzugrübeln.

Und wenn all das nicht reicht, dann geht mal zum nächsten Spiegel und guckt rein! Mehr Schönheit geht nicht.

In aller Ernsthaftigkeit und fernab von unterstellter Gefühlsduselei,

eure Cali

11 thoughts on “Die Schönheit im alltäglichen Detail

  1. Liebe Cali,

    grundsätzlich bin ich mit dir einer Meinung – aber:
    der Blick in den Spiegel geht gerade gar nicht. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe, die ich aber nicht weiter ausführen möchte. Zusammen genommen schaut mir da eine sehr traurige „ältere“ Frau entgegen, die sich wünscht, endlich mal wieder so richtig lachen zu können, ungezwungen und herzlich.
    Die kleinen feinen Momente habe ich mit anderen Dingen, mit Lukas z.B. und mit meiner Tochter. Das ist ja auch schön und hilft, den restlichen Kummer mal ab und an an die Seite zu stellen. Nachts kommen dann aber die Kummergeister wieder zurück. Leider!

    Einen schönen Tag dir und liebe Grüße
    Regina

    • Da hast du ja ‚was angerichtet, liebe Regina. Mich nimmt deine Ehrlichkeit ein wenig mit. Erst wollte ich nochmal ‚was Aufmunterndes schreiben, weil ich über das „traurig“ so hinweg gegangen bin. Dann habe ich nochmal drüber nachgedacht. Es gibt mindestens zwei Arten von Traurigkeit. Die eine ist inspirierend, irgendwie auch wohltuend reinigend und geht vorüber, die andere ist einfach nur schlimm und sehr hartnäckig. Und ich bin mir sicher, dass man selbst entscheiden kann, welche von beiden man aufnimmt. Ich weiß, es ist Provokation pur, wenn ich behaupte, dass man mit jeder Herausforderung im Gepäck ein glückliches Leben führen kann. Aber das ist woran ich glaube.

      Sag‘ mir, wenn ich aus einer Mücke einen Elefanten mache. Ich fürchte nur, das ist mein Wesen.😉

      Jetzt reicht’s aber! Cali

    • Du machst keinen Elefanten aus einer Mücke, ist alles okay, was du schreibst und die zwei Arten der Traurigkeit kenne ich gut. Jetzt kommt aber mein großes ABER: man hat nicht immer eine Wahl, denn dann würde ich mir die melancholische, inspirierende Traurigkeit aussuchen. Darüber könnte ich noch ganz viel schreiben – geht leider momentan nicht.

      Herzliche Grüße
      Regina

  2. Oh, nein, sag‘ doch sowas nicht! Ich kenne natürlich deine Lebensumstände nicht, aber vielleicht versuchst du dich mal mit den Augen deines Lukas zu sehen. Der sieht in dir bestimmt ganz viel Schönes.

    Und alt oder älter zu sein ist erst recht kein Grund nicht auch schön zu sein. Obwohl ich dir ja hier nun überaus anonym begegnet bin, fühle sogar ich deine Schönheit. Seit ich deinen Namen „klatschmohnrot“ gelesen habe und mit jedem deiner Kommentare ist sie spürbar.

    Hoch, das Köpfchen! Deine Cali

  3. Ach Cali …😉 bin wieder mal begeistert.

    Weißt Du, wir schrieben uns mal über Spiritualität. Für mich setzt Spiritualität genau hier an, wo Du ansetzt. Was bedeutet Spirit? Geist. Sich Gedanken zu machen. Ganz egal, über was. Über die ganz einfachen Dinge. Und das ganze denn am besten noch in die Praxis bringen. Und ich finde, das machst Du super.

    Liebe Grüße von Kirstin

    • Bist ein Schatz! Eure Kommentare sind immer das Schönste. Wenn ich euch nicht hätte, gäbe es hier gar keinen Dialog und ich wäre Alleinunterhalter. Denn ich habe das dumpfe Gefühl hier wird viel gelesen ohne auch nur eine sichtbare Spur zu hinterlassen und das find‘ ich echt schade…sehr schade. Ihr seht es nicht, aber ich ziehe eine Schippe. Ich hoffe, das ändert sich, wenn ich es mir nur doll genug wünsche.😉

      Ja, liebe Kirstin, auf Spirit einige ich mich sehr gern!

  4. Du hast ja so recht Cali, manchmal muss man sich einfach etwas mehr bemühen das Schöne wahrzunehmen. Es ist ja immer um uns herum, auch in ganz kleinen Dingen an denen man sich erfreuen kann.
    Ein kleiner Wechsel der eigenen Perspektive kann so vieles im Inneren verändern.

    Kam gerade richtig der Text, danke du Schatz🙂

  5. Das mit dem guten Geschirr gefällt mir. Stimmt schon, man hat die ganzen guten Sachen hinten im Schrank stehen und bewahrt sie sich für besondere Gelegenheiten auf. Dann benutzt man sie ein-, zweimal im Jahr und hat wenig davon. Und wenn man dann die Lieblingstasse versehentlich zerschmeißt, hatte man fast gar nichts von ihr. Da ist es doch viel schöner, sie oft zu benutzen. Wenn sie dann kaputtgeht (und kaputtgehen wird sie früher oder später), hat man sie immerhin oft benutzt. Man hat sich hoffentlich wohlgefühlt mit der Tasse vor sich, und dann bleiben einem wenigstens die schönen Erinnerungen daran.

    • So ist es! Es würde mich freuen, wenn ich etwas dazu beitragen konnte, dass so ein Prachtexemplar sich nicht vernachlässigt fühlt. Gerade bei dir als Teekennerin. =)

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