Glücklich sei der, der arbeiten kann

Meine liebsten Leser,

ich hab‘ Rücken! Aber nicht etwa, weil ich schwer im Garten gearbeitet habe, sondern vom vielen Rumsitzen! Ist das zu glauben?

Es ist wohl der Fluch des neuzeitlichen Menschen – die Arbeit im Sitzen, am Schreibtisch. Sagen wir es doch, wie es ist: Am Computer. „Studenten und Rentner“, „Bürohengst“, „Kaffeesäufer“. Ja, ja so wird häufig über die mit dem Kopf arbeitende Bevölkerung geurteilt, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Auch das ist ein „Knochenjob“.

In keinem Fall will ich hier all die alltäglich körperlich schwere Arbeit vieler Menschen vergleichen mit einem warmen Büro am Morgen, Arbeitszeiten, die nicht vor 9 Uhr beginnen und der Legitimation den Magen am Arbeitsplatz mit Kaffee und Zigaretten bis zur Krankschreibung zu schikanieren, geschweige denn mit dem Privileg von Zuhause aus arbeiten zu dürfen. Trotzdem steckt oft mehr hinter einem Bürojob, dem Schreiben einer Doktorarbeit oder dem tausendfachen Abstempeln von diesem und jenem, als 365 Tage Urlaub im Jahr.

Keine Bewegung kann krank machen, man fühlt sich unausgelastet und wird schnell unzufrieden. Das Starren auf diesen strahlenden Monitor macht kirre und bedarf ab der fünften Stunde große Überwindung. Das ganze Kopftraining frisst Energie noch und nöcher, so dass man sich am Abend wie vom Laster überrollt fühlt ohne einen Muskel außerhalb der Hand- und Armmuskulatur beansprucht zu haben. Der Nacken schmerzt durch diese eine bestimmte Haltung, die wir uns einfach nicht mehr abgewöhnen können.

An körperlicher Betätigung kommt man nicht vorbei will man ein zufriedener und ausgeglichener Mensch sein. Weight Watchers, die drei Treppen zur Wohnungstür und ein guter Wille reichen da einfach nicht aus. Der Sportkurs am Wochenende ist das Mindeste um den Kopf frei zu kriegen und das Burnout zumindest noch aufzuschieben. So ist das eben in einer pluralistischen Gesellschaft. Der eine nutzt das Wochenende um endlich mal die Füße hochzulegen und der andere macht Extremsport. Je nach Defizit muss ein Ausgleich her, alles andere ist ungesund.

Doch das Schlimmste ist ein Leben ganz ohne Arbeit, da geht der Mensch nämlich ein wie ein Primeltopf. Darum lasst uns glücklich sein über das, was wir leisten können. Und um meinen Ausgleich herzustellen, werden heute die alten Balkonmöbel zur schicken Küchensitzecke aufgepimpt, in Mintgrün und mit viel Dankbarkeit für diese Abwechslung.

Eure Cali

7 thoughts on “Glücklich sei der, der arbeiten kann

  1. Liebe Cali,

    ich bin eigentlich sehr froh, wenn ich nicht immer was tun muß. Ich liebe die Möglichkeit der Stille, der dadurch stetig wachsenden Verbindung zu mir selbst. In meinem Herzen spazieren gehen. Ich weiß … ja, ja, die Spiris mit ihren komischen Gedanken😉😉

    Liebste Grüße und viel Erfolg bei den Möbeln. Vielleicht sehen wir mal ein Bild?

    Kirstin

    • Quatsch, du weißt doch, dass ich viele Ansätze der „Spiris“ teile.😉 Und ich finde Herzspaziergänge mindestens genauso wichtig wie jene durch den Wald. Aber ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass wenn man einmal den Hintern hochbekommen hat, der Kopf danach wieder viel besser funktioniert als vorher. Wir sind eben kein einseitiges System. Alles ist verbunden und es tut so gut einfach mal ’ne Denkpause zu machen und sich auf’s Fahrrad zu schwingen. =)

      Ja, ihr werdet ein Bild sehen.😉 Viele Grüße an meine Stammleserin, Cali

  2. Du sprichst mir aus der Seele.
    Niemals hätte ich gedacht, dass ich Sport einmal mögen könnte. Aber wenn ich noch hier sitze und noch nicht über meinem Laptop zusammengebrochen bin während meiner Hausarbeitsphase, dann verdanke ich das wohl vor allem meinen Sportkursen. Glücklicherweise bin ich noch nicht mit meinem Stuhl verwachsen.🙂

    • Jetzt sprichst du mir aus der Seele! Habe das Mistding aber heute fein säuberlich verpackt und bin fertig zur Abgabe.😉

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