„Wie geht’s dir?“ „Ja, auch schlecht!“

Meine lieben Leser,

das Wochenende war schön, ja, aber wie immer viel zu kurz. Heute geht der Alltag wieder los und da hat sich wieder mächtig ‚was angesammelt.

Halt. Nochmal von vorne.

Das Wochenende war schön. Ich habe es genossen mal wieder etwas zu erleben. Wir haben uns viel unterhalten und uns besser kennengelernt. Es waren zwei glückliche Tage.

Die zweite Version ist deutlich positiver und beschreibt mein Wochenende viel besser als der erste Satz. Und trotzdem stimmen wir bei jeder Gelegenheit und mit großer Begeisterung Klageklänge an, die viel Stoff zum Diskutieren und zum gemeinsamen Frustrieren bieten. Jammern macht eben gesellig.

Wir genießen unsere kleinen Probleme, denn sie geben uns Gesprächsstoff. Wir betonen unsere Leistung gern und fordern das Ansehen Anderer ein, wenn wir ihnen unter Stirnrunzeln und groß aufgerissenen Augen von unserer neuesten Plage berichten. Der neue Kollege, das Wehwehchen am Fuß und die viele Hausarbeit machen uns einfach fertig. Die Temperatur ist Sommer wie Winter unerträglich, die Arbeit eine Farce und die tadellose Gesundheit eine Frage der Zeit. Wir haben es schon schwer. Wir sind eben Helden des Alltags und das wollen wir auch registriert wissen.

Natürlich sind wir das! Alle miteinander. Doch der aufmerksame Beobachter weiß das auch, ohne dass wir ihn mit der Nase darauf stoßen. Noch besser wäre es allerdings, wenn wir selbst einmal erkennen würden wie glücklich wir eigentlich sind und wie wenig Grund wir zur schlechten Laune und schlechten Worten haben. Viel öfter sollten wir versuchen diesem Glück im Kontakt mit Anderen Ausdruck zu verleihen und ihnen ein „Du hast ja recht.“ zu entlocken.

Die Verlockung ist groß sich den Widrigkeiten des Lebens als ausgeliefert zu präsentieren, doch das ist nicht wahr. Es liegt an uns das Beste daraus zu machen. An keinem Ort und zu keiner Zeit wird uns die Betrachtung der Lage vorgeschrieben. Wir entscheiden in welche Richtung der Daumen zeigt.

Einen wunderschönen Wochenstart wünscht euch

Eure Cali

P.S.: Ich bin wieder da und freue mich wieder bei euch zu sein! Ich muss richtig grinsen so sehr freue ich mich. Guckt! –>😀 Vielen Dank für eure Kommentare unter dem letzten Artikel. Ich habe mich sehr gefreut!

20 thoughts on “„Wie geht’s dir?“ „Ja, auch schlecht!“

  1. Liebe Cali,

    sehr witzig, bin auch grad genau bei dem Punkt. Jeder sagt immer, das Leben wird sich uns genau so präsentieren, wie wir es erwarten. Wir haben es in der Hand. Vom Verstand her weiß ich es auch genau. Aber denn kommt der Gedanke immer wieder dazwischen, ok, aber es ist doch nun mal so oft nervig. Das ist ne richtige Konditionierung. Man muß nur einfach bei der Stange bleiben und den inneren Schalter auf Positiv umgelegt lassen. Und immer, wenn man sich wieder ertappt, denn einfach wieder zurück.

    Toller Text.

    Liebe Grüße von Kirstin

    • Liebe Kirstin, ich werde versuchen dir in einem Beitrag darauf zu antworten. Denn du hast recht. Es muss auch mal darüber gesprochen werden wie man zu dieser Art der Betrachtung kommt, denn wir wissen ja alle wie schwer das ist. Ich selbstverständlich inbegriffen, denn obwohl ich das alles weiß genau wie du, hapert es auch bei mir oft genug an der Umsetzung.

      Viele Grüße, deine Cali

  2. „Jammern macht gesellig“, das ist tatsächlich so. Leider. Lässt sich allerdings auch hervorragend umkehren.😉

    Wer – sobald er sich mal inmitten so einer Horde „Dementoren“ befindet – das Jammern verweigert und den Blick auf die lenkt, denen es noch viel schlechter geht, der entzieht jeder Jammerrunde den Gesprächsstoff. Wie und womit die Leere dann allerdings gefüllt werden kann, das habe ich auch noch nicht rausgefunden, aber ich arbeite daran.😳

    • Liebe Anna, da hast du vollkommen recht! Es ist wirklich schwer ein Ersatzthema zu finden, denn schnell wird zu viel Positives als Prahlerei verbucht oder es bietet einfach zu wenige Antwortmöglichkeiten. „Mir geht’s gut!“ – Kein Platz für Ratschläge oder die eigene Horrorgeschichte. Vielleicht wäre eine Diskussion um wichtige Dinge oder das Aufspüren von Gemeinsamkeiten, die Gesprächsstoff liefern (Backen, Stricken, Motorrad fahren, Schreiben etc.) ein Ersatz. Oder man schweigt einfach mal und guckt in den Himmel, das kann auch gut tun.😉

  3. Pingback: Spruch der Woche « Sweetkoffie's Blog – Leben live

    • Schön, dass du dich durchgewurschtelt hast! Ja, die Kommentare sind sowieso das Beste und ich bin für jeden einzelnen von ihnen, auch für deinen, sehr dankbar. Viele Grüße, Cali

  4. Ich denke, wir müssen alle nach außen hin ein wenig leiden, das gehört sich so, man kann doch nicht einfach nur glücklich sein! Wo kämen wir denn da hin? So nur glückliche Menschen sind äußerst suspekt in unserer Gesellschaft … YDu * tja, mir geht es ja derzeit so richtig schlecht gut, wenn ich dran denke wie gut schlecht es mir noch vor einiger Zeit … he he … reingefallen, ich rauche nichts, war nur …😉

  5. Beim Gruppenjammern mach ich nicht mehr mit. Solche Gruppen verlasse ich inzwischen fluchtartig.

    Ich vermute, dass das eine ziemlich deutsche Frauenmacke ist. Bei einer Gruppe Amerikanerinnen ist mir aufgefallen, dass sie das nicht machen. Die Betonen eher ihre Leistungen (wie klein und bedeutungslos sie sein mögen) und loben sich dann gegenseitig. Mit der Zeit ging mir das genauso auf den Wecker wie das Jammern, vermutlich weil beides eine verzerrte Wirklichkeit darstellt. Uns geht es nicht dauernd schlecht und die sind nicht dauernd die Tollsten.

    Ich habe mir vorgenommen, Dinge positiv zu beschreiben, wenn es möglich ist. Manchmal ist etwas einfach nur schlecht und dann finde ich jammern richtig. Aber als Gewohnheit? Nee.

    Wenn ich nix zu sagen habe, red ich übers Essen. Und wenn meine Gesprächsparterin dann von Gewichtsproblemen und Diäten anfängt, lauf ich weg!

    • Ja, das Gegenteil ist ebenso fürchterlich. Alles zu idealisieren ist sicher auch nicht der richtige Weg. Verstehe ich gut, dass dir das schnell auf die Nerven ging. Und dein letzter Satz ist göttlich!😀 Cali

  6. Wir sollten viel dankbarer sein für das was wir haben. Ich sage mir das auch immer, wenn ich merke, daß ich mich wieder über Kleinigkeiten aufrege. Danke für Deinen Artikel.

  7. Pingback: Der 50. Beitrag: Mögen die Spiele beginnen! « calichino

  8. Um im Leben viel zu jammern hatte ich keine Zeit, aber ein bisschen jammern sei auch jeden erlaubt es gibt so viel Leid und man kann nicht alles in der Seele vergraben.Wünsche noch einen schönen Sonntag Gruss Gislinde.

    • Liebe Gislinde, über seine Probleme zu sprechen ist überhaupt nicht in Frage zu stellen. Das muss man, sonst frisst man es in sich hinein. Aber Gejammere bringt hier niemanden weiter. Anpacken ist angesagt. =) Viele Grüße und danke für deinen Kommentar! Cali

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