Wenn Kopf und Körper sich absprechen

Meine lieben Leser,

gesund sein und bleiben steht auf jeder Wunschliste ganz oben. Nichts geht über einen gesunden Körper. Das weiß jeder, der sich schon mal richtig mies gefühlt hat und vor allem diejenigen unter uns, die bereits schwerwiegende Krankheiten durchlebt haben. Ohne Gesundheit geht einfach nichts, die alltäglichsten Tätigkeiten werden zur Herausforderung und die Krankheit wird zum wichtigsten Thema im Leben.

Mir wurde schon mit sechszehn Jahren prophezeit, wenn ich nicht anfange die Dinge gelassener zu sehen, dann habe ich mit Zwanzig ein Magengeschwür. Ob es ein Geschwür ist weiß ich noch nicht, aber es stimmt, ich habe immer mal wieder Magenprobleme. Ich habe dann tagelang Schmerzen, kann nicht ordentlich essen, an Kaffee und Süßes ist gar nicht erst zu denken. Am Kaffeetisch gucke ich dann zu. Und alles fing in meinem Kopf an. Ich habe mir meinen Magen krank gedacht.

Nach der Magenschleimhautentzündung, die mich fünf Wochen auf Diät setzte, habe ich angefangen umzudenken. Mir wurde klar, dass mich meine Jugend nicht davor bewahrt durch einen ungesunden Lebensstil krank zu werden. Ich trinke und rauche nicht, ich schlage nie über die Strenge und ich esse ausgewogen. Aber auch zu viele schlechte Gedanken und der ständige Zwist mit der eigenen Umgebung sind Merkmale eines ungesunden Lebens.

Der ständige Kampf mit mir und anderen ging mir an meine eigene Substanz. In den schlimmsten Zeiten schlug mir der kleinste Fluch sofort auf den Magen. Und Gott sei Dank war das so. Wahrscheinlich hätte ich nie angefangen auf meinen Körper und meine Gedanken zu achten und nur das Beste für mich zu wollen, wenn ich nicht gezwungen worden wäre.

Früher hätte ich es als Resignation bezeichnet, heute fällt es unter Selbstschutz, wenn ich die Dinge bewusst anders betrachte. Längst nicht mehr so viel da draußen dringt vor bis an meinen innersten Kern. Vieles bleibt vor der Tür stehen und wenn ich dann mal wieder zaghaft durch den Spion linse, sehe ich die vielen kleinen Problemchen nur noch klitzeklein am Horizont. Gut so, denn es gibt genug anderes, dem meine Kraft gebührt.

Eure Cali, die sich auf ein gemütliches Kaffeetrinken freut.

P.S.: Dieser Eintrag ist inspiriert durch Mascha, die kürzlich auch Magenprobleme hatte.

15 thoughts on “Wenn Kopf und Körper sich absprechen

  1. Du hast angefangen, auf deinen Körper und deine Gedanken zu achten. Find ich super! Hab deinen Artikel gleich ‚reblogged‘ und wünsch dir noch gaaanz viele gemütliche Kaffeetrinken.

    • Tut mir Leid, der Kommentar war wieder mal im Spamordner. Doch es ist nie zu spät sich zu bedanken, was ich hiermit recht herzlich tue!🙂 Cali

  2. Erst wenn ich mich richtig mies fühle, und sei es durch eine einfache Erkältung, schwöre ich mir, besser auf meine Gesundheit zu achten. Mir wird bewusst, dass sie das Wichtigste im Leben eines jeden Menschen ist.

    Nach einer Erkältung kann ich mir nicht vorstellen, dass es etwas Schöneres gibt, als sich körperlich fit und gesund zu fühlen. Dann bin ich glücklich und nichts kann die Freude über meinen Gesundheitszustand erschüttern. Zwei Tage später ist allerdings alles wie immer! Kleine Problemchen, Streitigkeiten und Ärger nehmen den Platz meiner Freude ein!

    Man sollte sich ab und zu einmal darauf besinnen, dass die kleinen Probleme nicht so schlimm sind, solange man gesund ist!

  3. Viel Spaß beim Kaffee🙂

    Also, bei mir steht schon seit immer und ewig Liebe und Glück ganz oben auf der Wunschliste. Ich seh es so, bin ich glücklich, bin ich wahrscheinlich auch gesund. Und sollte ich dennoch mal krank sein, bin aber dabei glücklich, denn ist die Krankheit auch ruck zuck vorbei.

    Liebste Grüße an alle und viel Liebe und Glück und Gesundheit. Man möge sich davon aussuchen, was man mag M)

    Kirstin

    • Danke, liebe Kirstin!

      Leider kann man auch krank werden, wenn man glücklich ist und es ist sehr, sehr, sehr schwer krank glücklich zu sein. Es fällt uns ja gesund schon schwer. Hinzukommt, dass man als gesunder Mensch alle Chancen der Welt hat, was sich bei Krankheit doch deutlich schwieriger, wenn auch nicht unmöglich, gestaltet.

      Egal wie. Ich nehme gleich alle drei Dinge-Glück, Liebe und Gesundheit. Das ist dann wohl das Premiumpaket.🙂

  4. „Aber auch zu viele schlechte Gedanken und der ständige Zwist mit der eigenen Umgebung sind Merkmale eines ungesunden Lebens.“ – Wahre Worte, liebe Cali. Dass dein Magen so sensibel reagiert, würde ich aber an deiner Stelle als Ressource betrachten, so blöd das im Zusammenhang mit Gastritis auch klingen mag. Diese Sensibilität ist etwas Schönes, Lebendiges. Ich bin überzeugt, dass dir zum Ausgleich auch Schmetterlinge im Bauch nicht unbekannt sind.😉

    • Oh, wie recht du damit hast! Ich betrachte es auch als Gabe und bin sehr dankbar dafür. Danke für deinen Kommentar, viele Grüße, Cali

  5. Liebe Cali, ich habe Dich also inspiriert. Das ist ja schön😀 Dann waren meine Magenprobleme ja nicht umsonst😉 Ich finde Deinen Artikel sehr gut. Ich bin auch sehr mit meinem Körper verbunden….wenn ich mich aufrege bekomme ich Herzschmerzen. Versuche auch weniger an mich dran zu lassen….man hat nur eine Gesundheit.

  6. Nun, mein Magen ist seit 12 Jahren geschwürfrei. Einer vierjährigen klassischen Psychoanalyse 3x wöchentlich 50 Minuten sei Dank! Wie gut, dass es Menschen gibt, die es schaffen, Probleme außen vor zu lassen. Weiter so!

    • Das klingt ja merkwürdig bekannt in meinen Ohren. 3x wöchentlich 50 min. ist wirklich intensiv. Ich gebe mir zumindest die größte Mühe Problemchen unbeachtet zu lassen. Viele Grüße, Cali

  7. Hallo Cali,

    ein toller Beitrag! Ich freue mich sehr für dich, die oben geschilderte Erkenntnisse gewonnen zu haben – das ist der richtige Weg. Nicht alles hineinlassen – es gibt auch für mich viele Dinge, die draussen bleiben müssen!
    Jeder von uns sollte viel öfters und bewusster Rücksicht auf sich selbst nehmen und durch bewusst gesteuerten Gedanken eintscheiden, was einem selbst wirklich gut und was nicht. Viele von uns verhalten sich leider wie ein Sieb und lassen alles durchprasseln. So werden irgendwann Wirkungen eintreten, die wir selbst verursachten. Und das ist dann bestimmt kein Zufall….

    “Zufall = Ein Wort ohne Sinn; nichts kann ohne Ursache existieren.”
    (Voltaire, 1694-1778)

    Liebe Grüße,
    Sunelly Sims

    • Danke für das Zitat. Wobei über die Natur der Ursache diskutiert werden könnte. Jeder soll es verstehen wie er mag. Schön, dass du ein bisschen geschmökert hast! Cali

  8. Pingback: Wenn Kopf und Körper sich absprechen – Leseempfehlung « Mein Rheumatoid-Arthritis-Code

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