Mein Enthaltsamkeitsexperiment zeigt erste Erfolge

Hallo ihr lieben Leser,

seit sich meine finanzielle Situation ein wenig geändert hat übe ich mich in Verzicht (Wie es dazu kam erfahrt ihr hier). Wie gesagt, ich übe noch.

An manchen Tagen fällt es mir schwer nicht von diesem oder jenen Kleid zu schwärmen, weil es so schön aussieht, mich an den Sommer erinnert und es ein tolles Lebensgefühl verspricht. Dann surfe ich im Internet, suche es im jeweiligen Onlineshop, packe es in den Warenkorb, um dann doch das kleine Kreuz in der Ecke zu drücken. „Sind Sie sicher, dass Sie diese Bestellung abbrechen möchten?“ Nein, bin ich nicht, aber ich halte durch.

Ich spare nicht am Essen und an allem Notwendigen, aber immer öfter frage ich mich: „Brauchst du das wirklich?“ Ich kenne die Antwort und lege das Produkt mit einem Zähneknirschen zurück ins Regal. So armseelig es sich anhört, aber manchmal muss es dann ein Ersatzkauf sein, ein kleiner und vor allem günstiger. Fürchterlich finde ich das, aber ich stecke eben auch schon zu tief drin im Konsumschlamm. Auf diesem Blog habe ich gelesen „Shoppen ist ein Akt der Verzweiflung“. So ist es wahrscheinlich. Aber das lasse ich nicht auf mir sitzen, darum habe ich folgende Regel, als Konkretisierung zur „Brauchst du das“-Frage, aufgestellt, um erfolgreich gegen den Kaufdämon anzukommen.

Hast du das in irgendeiner Form schon? Wenn ja, wird es nicht gekauft! (Ja, schon, aber die andere Farbe, der andere Duft, die andere Form gefallen mir sooo viel besser *grrrr*)

Drogerien sind für mich Stätten der Verführung. Schon in der Duschbadabteilung ziehen mich die bunten Flaschen und wohligen Versprechen an. Ich kaufe zwar vor allem Qualität, aber das Auge und die Nase beraten mich. Mein Duschbad war also leer und ich wollte ein neues kaufen. Meine Regel kam zum Einsatz und ich musste mir eingestehen, dass ich in meinem Duschkörbchen die Übersicht verloren hatte und es nicht ganz unwahrscheinlich ist, dass auf seinem Boden unzählige Pröbchen, Minifläschchen und verschmähte Duschgels auf mich warteten. Seit mittlerweile zwei Wochen brauche ich die jahrelang angesammelten Leichen meiner Kosmetiksammlung auf und es ist noch kein Tag vorüber gegangen, an dem ich nicht gut geduftet habe. Diese kleinen Schätze waren mir vorher, im Gegensatz zu meinen unwiderstehlichen Super-Trooper-Duschbädern, einfach nicht gut genug. Ist das zu fassen?

Ich schäme mich ein bisschen, bin aber zugleich stolz darauf zumindest einen neuen Weg zu suchen. Es ist ein gutes Gefühl Dinge leer zu machen, sie aufzubrauchen und wieder den Überblick zu gewinnen. Außerdem schafft es Ordnung im Chaos und die kann ich angesichts meines Umzugs gut gebrauchen. Der Verzicht macht mich glücklich.

Ich wünsche euch einen Tag ohne unnötige Kaufaktionen und mit aller Zufriedenheit, für das was ihr schon habt,

eure Cali

19 thoughts on “Mein Enthaltsamkeitsexperiment zeigt erste Erfolge

  1. Zitat „Hast du das in irgendeiner Form schon? Wenn ja, wird es nicht gekauft! “

    Das find ich klasse, das kann jeder machen, wenn er will.

    Zum Punkt Drogerieabteilung. Ich umgehe das ganz geschickt. Lasse mir meine Dinge nur von Yves Rocher schicken. Alles Natur und vor allen Dingen ohne Tierversuche, was für mich das wichtigste ist.

    Liebe Grüße von Kirstin

    • Auf jeden Fall kann das jeder machen. Es macht einem erstmal bewusst wieviele Dinge man doppelt und dreifach besitzt, total unnötig und mit Unterschieden, die nichts mit der Funktion des Gegenstandes zu tun haben. Ob das Duschbad grün oder Orange ist macht keinen Unterschied, man ist danach sauber und fertig.

      Finde ich toll, dass du eine Marke deines Vertrauens gefunden hast. Sollte ich mir auch mal anschaffen. Vllt mache ich es nach mit Yves Rocher, denn keine Tierversuche sind ein riesen Pluspunkt. Danke für den Tipp, Kirstinchen.😉

  2. Oh, das kenne ich zur Zeit auch von mir. Als Studentin muss ich gerade auch mehr acht geben, nicht unnötig Dinge zu kaufen.
    Wir Menschen neigen all zu leicht mehr zu kaufen, als wir wirklich benötigen. Vor allem noch mehr, seit dem man ganz bequem von zu Hause aus shoppen kann… Die Verkaufs- und Werbestrategien scheinen zu wirken, aber nicht mehr bei uns!

    • Nicht mehr bei uns! Sehr schön. Man braucht Kampfgeist, um dem ganzen Theater zu versagen. Finde ich super, dass mit dabei bist.😉

  3. Ach ja, die Pröbchen habe ich beim Umzug auch wieder gefunden. Plus die ganzen Parfüms und Duschbäder, die ich immer von meiner Oma geschenkt bekomme. Ich versuche jetzt auch, erstmal diese Sachen zu verbrauchen, aber es fällt mir echt schwer (und geht wahrscheinlich auch nur so lange ganz gut, wie ich an keinem Duty Free in einem Flughafen vorbeikomme). Dir viel Glück beim Durchhalten!!!

    • Jaaaa, Parfümproben habe ich auch etliche, obwohl ich gar keines benutze. Jetzt allerdings schon manchmal, damit die kleinen Röhrchen weniger werden.😉 Ich habe die meisten Sachen auch geschenkt bekommen, umso schlimmer, dass ich sie nie benutzt habe. Zieh‘ es durch deine Kosmetikressourcen aufzubrauchen…es lohnt sich.😉

  4. Momentan ist das Geld knapp, der Kleiderschrank und sogar der Kühlschrank gefüllt, da wird mich nichts in Versuchung bringen. Zudem bin ich immer unterwegs und zum Shoppen habe ich fast nie Lust.

    Alles Liebe dir.

    Mathilda

    • Wahrscheinlich, und so geht es mir ja auch, macht Not bescheiden. Darum hat sie durchaus ihre Vorteile. Ein voller Kühlschrank ist das Wichtigste, da hast du recht. Schön, dass du keinen Gedanken ans Einkaufen verschwendest, das ist definitiv die bessere Art zu leben.🙂

  5. Verzicht tut meistens gut. Daran soll auch die Fastenzeit erinnern. Ich merke seit mittlerweile fünf Wochen, dass ich die Dinge nicht brauche, auf die ich in dieser Zeit verzichte. Aber ich weiß auch, worauf ich mich an und nach Ostern besonders freuen werde.😉
    In einer Welt, in der man prinzipiell alles haben kann, ist ein solcher Verzicht geradezu heilsam.
    Mach einfach aus der Not eine Tugend, Calichino!😀

    • Ja, aus der Not eine Tugend machen, das habe ich mir vom ersten Tag an vorgenommen. Und ich bin dabei, man muss es eben lernen, aber es wird.😉

      P.S.: Ich habe noch nie gefastet. Vllt wäre das auch mal eine Erfahrung.

  6. O M G das könnte von mir sein, mir geht es da genauso. Ich kann/darf/muss weniger Geld ausgeben, da es meine Finanzen nicht zulassen, und eben musste ich in die Stadt „normale“ Sachen kaufen wie Deo, Creme etc…und es locken einen soviele schöne Dinge, zum Sommeranfang. Ich war dann im B B hab da sKörbchen vollgepackt und doch nur ein Teil genommen, weil EIGENTLICH brauche ich das ja lles nicht…Es ist so Traurig…einerseits is tman stolz und weiss man braucht es nicht, anderseits ist es so ein schöne Gefühl wenn man was neues erungen hat…. ich drücle Dir auf alle Fälle die Daumen!!!! Du packst das

    • Danke!!! Ja, man hat kurzzeitig ein Glücksgefühl im Bauch, wenn man etwas Schönes gekauft hat und ich glaube genau danach sind viele süchtig. Ich ja irgendwie auch. Aber ich bin mir sicher, sicher, sicher, dass das Gefühl dem irgendwann ganz leicht entsagen zu können noch tausendmal schöner ist. Danke für deinen Kommentar, der erste hier, ne?😉 Cali

  7. Der Konsum ist wirklich schlimm geworden….wesentliche Dinge haben wir aus den Augen verloren. Ich liebe Drogerien….aber ich habe mich auch entschlossen erstmal alte Shampooflaschen usw. ausfzubrauchen….auch wenn Shampoo und Spülung nicht zusammen passen….seufz…. Und dann war ich vorhin im Buchgeschäft und wollte mir neue Lektüre kaufen….legte das Buch dann aber wieder weg….lese erstmal das fertig, was ich gerade in Arbeit habe.

  8. Du schaffst es schon Cali! Das ist wie das Rauchen abgewöhnen, kein Fleisch mehr essen, immer nur auf eine Sache konzentieren. Zuerst kommen die Entzugserscheinungen, bald ist es ganz normal.😉

    LG Susanne

    • Oh ja, das wäre toll, wenn es wirklich einen Punkt gäbe, an dem mich all die schönen Dinge kalt lassen und ich vorallem genau unterscheiden kann, was mir wirklich wichtig ist und was nicht.😉

  9. Nur noch dunkel erinnere ich mich daran, dass es eine Zeit gab, in der ich wirklich gern einkaufen gegangen bin. Das ist inzwischen lange her. Sparsamkeit ist mir zur Gewohnheit geworden, dabei bin ich bestimmt nicht geizig. Was ich wirklich möchte, kaufe ich mir – und zwar in guter Qualität. Dafür habe ich auch immer genug Geld, weil Spontankäufe nur noch sehr selten vorkommen.

    Der beste Rat, den ich je gelesen habe und seither befolge: Gehe nie aus Langeweile in einen Laden oder ein Einkaufszentrum. Halte dich dort nicht unnötig auf.

    Mache ich wirklich nicht mehr. Wenn ich „bummeln“ will, gehe ich in die Bücherei und trödle da rum, gehe spazieren, gehe in eine Kirche, um die Kunstwerke zu betrachten, etc, etc.

    Meine Routineeinkäufe erledige ich in wenigen Läden mit einer Einkaufsliste und möglichst zügig. Wenn ich etwas anderes möchte, schaue ich mich in Ruhe um, Wenn’s was Größeres ist, schlaf ich nochmal 1-2 Nächte drüber bevor ich es kaufe.

    Inzwischen finde ich Läden langweilig und beim Einkaufen habe ich etwa so viele Glücksgefühle wie beim Brötchen schmieren.

    • Das hört sich doch gut an. Toller Tipp, denn tatsächlich ist Minishoppen oft eine Langeweilebeschäftigung. Du scheinst dich mit dem Thema ja auch ordentlich auseinander gesetzt zu haben- das motiviert mich. Danke für deinen ausführlichen Kommentar, ich werde ihn mir zu Herzen nehmen. Cali

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