Das Gefühl eine Vergangeheit zu haben

Guten Morgen meine Lieben,

als junger Mensch ist man von Natur aus überheblich, weil man es einfach nicht besser weiß.

Man wird achtzehn, man wird zwanzig und das kurze Leben, das man hatte, um Erfahrung zu schöpfen, ist alles was man kennt. Nicht selten ist bereits viel passiert und man meint darum schon viel über das Leben zu wissen. Doch manche Dinge kann man nicht „vor“-leben, beschleunigen. Das Gefühl eine Vergangenheit zu haben zum Beispiel- dafür muss man einfach altern.

Ich habe gestern in der Küche gesäßen, auf meinen Klappstühlen bei einer Tasse Kaffee und einem Spritzkuchen. Alle Helfer des Umzugs waren ausgeflogen und ich war das erste Mal richtig allein in der neuen Wohnung. Das Radio sang irgendeinen aktuellen Popsong und ich spürte das erste Mal, nur ganz kurz und leise das Gefühl einer Lebensgeschichte.

Warum, wieso, weshalb ist alles so gekommen? Wie war das hier und dort? Wer sprach da mit wem und warum? „Wie war das damals?„, wird mich vielleicht einmal jemand fragen.

Noch stecke ich mitten drin in dieser jungen Vergangeheit und habe nicht den nötigen Abstand, um das große Ganze zu erkennen. Doch ich stelle es mir gigantisch schön vor. Es ist mein Leben, mit allen Umwegen, Sackgassen und unendlichen Alleen. Was könnte schöner sein?

Habt einen wundervollen Tag,

eure Cali

18 thoughts on “Das Gefühl eine Vergangeheit zu haben

  1. Das Leben schreibt die besten Geschichten! Und wenn Du einmal alt bist liebe Cali, werden wir am hübschen blauen Tisch sitzen und Dir aufmerksam lauschen. Sieht wirklich sehr, sehr schön aus, die blaue Sitzecke!!!😀

    • Oh ja, das wäre schön! Mir gefällt sie auch, alles ist zwar noch ein bisschen kahl, aber die Deko kommt am Schluss.😉

  2. Das hast du sehr schön gesagt, liebe Cali. Ich höre auch gerne Geschichten aus der Vergangenheit. Sei es von meiner Oma oder ganz anderen Menschen. Und ich bin gespannt, was ich einmal zu erzählen haben werde😀

    • Ja, die Geschichten der Großeltern sind spannend. Ich denke da werde ich später nicht mithalten können. Die Zeiten sind andere, reibungsloser wenn man so will. Aber wer weiß was noch auf uns wartet.😉

  3. Hach – liebe Cali, wat sind die schön, die Möbel. Super Farbe, echt.🙂 Auch sowas haben will.🙂

    Glückwunsch zum Umzug. Mögen die Liebe, das Glück und die Freude Deine Dauer-Mitbewohner sein. Und wenns mal traurig ist – ich hatte schon als ganz kleines Mädchen einen Spruch: Auf Regen folgt immer Sonnenschein.

    Ja, mit dieser Vergangenheit, das ist interessant. Ich hab ja bereits einige Jährchen mehr Vergangenheit. Aber weißt Du was? Ich hab so viel vergessen. Also nicht verdrängt, sondern bereits bearbeitet und irgendwie abgehakt. Kann mich zwar immer noch daran erinnern, wie sich dies oder jenes anfühlt, wenn jemand mir was erzählt. Aber so von mir aus fällt mir da nicht mehr viel ein. Hätte ich Kinder und dann irgendwann Enkel, die hätten – was die Geschichten von Oma anbetrifft – sicher ein trauriges Leben.😉

    Liebste Grüße von Kirstin

    • Liebe Kirstin, danke, danke.🙂

      Da ist auch eine Menge dran. Man vergisst wirklich viel, man verklärt und erinnert sich einseitig. Aber auch das gehört zum Leben. Es ist wichtig, dass uns unser Gedächtnis die genaue Erinnerung an einiges erspart oder manche Dinge schöner erscheinen als sie waren. Dieser Hauch von Ungenauigkeit macht Geschichten zu Geschichten. Calinchen

  4. Ich wünsch dir einfach immer schöne Erinnerungen auf all deinen Lebenswegen. Glaub mir, du wirst so manches Mal in diesen Erinnerungen innehalten und in ihnen schwelgen. Ich lese übrigens schon lange bei dir und wollte dich heute mal nicht klamm und heimlich nach dem Lesen verlassen. Alles Liebe von Mandy

    • Dankeschön, liebe Mandy! Ich freue mich sehr, dass du mir einen Kommentar hinterlassen hast und du öfter bei mir vorbeischaust! Du bist jederzeit eingeladen das Schweigen zu brechen und auch eine heimliche Leserin zu sein. Wie du magst! Viele Grüße, Cali

  5. Sehr schöne Farbe. Das Blau der Sitzecke ist sehr himmlisch🙂 Ach ja…die Vergangenheit….ich bin ja auch noch nicht wirklich alt…..aber anscheind etwas älter als Du….und ich ertappe mich schon oft dabei, daß ich sage: “ Früher war das anders…“, „Erinnerst Du Dich?“

    • Ja, du bist ein bissel älter. Aber ich rutsche da ja auch ganz langsam rein. So ist das eben, aber es ist auch eine Art Lebensqualität auf das „Geschaffte“ zurückzugucken.🙂

  6. Das klingt nach einem kurzen Anflug von Melancholie nach dem Umzug😉 aber dafür schreibst du jetzt schon wieder neue Lebensgeschichte mit hübschen blauen Möbeln (Neid, Neid, Neid). Mal sehen, was du schon in einem Jahr über den heutigen Blogeintrag denkst …🙂

    • Oh ja, Melancholie war definitiv dabei. Ab und an ist sie bei mir aber willkommen. Dein letzter Satz macht mich neugierig…vllt denke ich daran ihn in einem Jahr rauszukramen. Dann sage ich Bescheid!😀 Viele Grüße, Cali

  7. Das Gefühl, Vergangenheit zu haben, habe ich in meiner Erinnerung schon immer gehabt. Allerdings relativiert sich dieses Gefühl von Jahr zu Jahr und alle bisherigen erinnerungen, die so wichtig erschienen, schrumpfen immer weiter zusammen.
    ich liebe Geschichten aus dem Leben und Geschichten aus der Vergangenheit. Und ich liebe dieses Radio, das da bei dir auf dem Tisch steht!

    • Ja, vieles tritt in den Hintergrund. Man selektiert automatisch und mit zunehmendem Lebensalter wird die einzelne Erinnerung in der Masse natürlich unbedeutender. Das ist normal.
      Ich konnte mich mit dem Radio nie anfreunden, es hatte vorher einen doofen Platz. Aber dort auf dem Tisch übersehe ich es nicht. Ich hatte es jetzt schon ein paar mal in der neuen Wohnung laufen. Viele Grüße an dich!

  8. Ich glaube, an neuen Wohnungen oder neuen Aufgaben merkt man, wie die Vergangenheit wächst.
    Ich bin ein Mensch der kurz geplanten Lebensabschnitte und teile sie – rückblickend – gerne in Arbeitsphasen ein.
    Ein Teil meiner Vergangenheit ist ein abgeschlossenes Studentenleben. Irre. Das ist plötzlich gefühlt so lang her, obwohl es wirklich erst vor ein paar Sekunden aufgehört hat. Das Ende markiert aber nicht das Examenszeugnis, das ich irgendwann im Dezember 2010 in der Hand hatte, sondern der Umzug in die neue Wohnung zwei Monate vorher. Raus aus dem Studentenwohnheim und dem Studentenleben, rein in die erste echte eigene Wohnung.

    Von dem Standpunkt aus wünsche ich dir nur das Beste und vor allem viel viel Spaß in deiner neuen Wohnung und deinem neuen Lebensabschnitt!

    • Liebe Lotta (Soooo ein schöner Nick!), danke für deine Wünsche! Ich merke du kennst das Gefühl sehr gut. Das Studium ist tatsächlich ein sehr, sehr großer Meilenstein, der wenn ich es geschafft habe, auch bei mir sehr einschneidend gewesen sein wird. Viele Grüße an dich, Cali

  9. ja, manchmal ist das so. manchmal braucht es nur den passenden song, den bestimmten duft oder nur ein foto, um in sich tief in die vegangenheit zu denken. kenne ich auch. als ich vor einigen jahren nach hamburg zog freute ich mich, war aber gleichzeitig traurig. veränderung ist schön, tut aber gleichzeitig weh, weil man andere dinge aufgeben muss. aber das hat sich glüklicherweise wieder gegeben🙂

    • Da hast du absolut recht! Das Leben ist eben ein Geben und Nehmen, ein auf und ab. Meist sind die gemischten Gefühle, die häufigeren. Viele Grüße und danke für deinen Kommentar! Cali

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