Es riecht nach Reinigungsmittel und der Bauch kribbelt

Meine lieben Leser,

es ist seit fünfzehn Jahren das Gleiche. Eigentlich hat sich seit meiner Einschulung nicht viel verändert, auch nicht an der Uni. Wenn das Semester wieder beginnt, der Geruch von gewischtem PVC und Kantinenessen in meine Nase steigt, kribbelt mein Bauch, Übelkeit macht sich breit. Kein gutes Gefühl. Schade eigentlich.

Die Schulzeit war für mich keine besonders gute. Sicherlich habe ich das Beste daraus gemacht, meine Leistung erbracht und früh gewusst wofür ich es tue. Dass ich mich so entwickelt habe, wie ich es habe ist vielem zu verdanken, aber nicht der Schule. Obwohl, wenn ich es recht bedenke, ich doch viele schlechte Erfahrungen, die ich auf dem Schulhof, in der Sporthalle und vor allem hinter der Klassenzimmertür gemacht habe darauf verwenden konnte an ihnen zu wachsen. Also, danke hierfür, Herr Schmidt.

Es ist nicht abzustreiten, dass ich kein einfacher Teenager war, aber ich konnte sehr früh zwischen Leuten unterscheiden, die sich ihre Autorität durch Niederträchtigkeit ergaunert hatten und jenen, die sie verdienten. Letzteres bedeutete nicht der beste Lehrer zu sein, seine Klasse bis zur Ohnmacht im Griff zu haben oder die erfolgreichsten Klassenarbeiten vorzuweisen zu können, sondern sich in jeder Situation respektvoll seinen Schülern und Kollegen gegenüber zu verhalten. Ziemlich simpel sollte man denken. Weit gefehlt.

Oft musste ich für mich im Nachhinein feststellen, dass vielen Lehrern und Schulleitern, denen ich begegnet war, die geistige und soziale Intelligenz ihrer Schüler unheimlich war. Sie ließen sie nicht zu, unterdrückten sie, erniedrigten sie ohne sich der schwerwiegenden Folgen bewusst gewesen zu sein- ein Hinweis auf die eigene verkümmerte oder nie emporgewachsene Größe, die sich nach schwachen Gegnern sehnte.

An genau einen Lehrer kann ich mich erinnern und das werde ich aus tiefer Dankbarkeit noch lange tun, der sich an unserer Vielfalt, unserem reifenden Geist und unserer jugendlichen Kraft erfreute. Ein ganz einfacher Mann, dem die Herzen nur so zuflogen, ohne dass er es merkte.

Und obwohl an der Uni vieles anders ist und die meisten Dozenten und Professoren ihre Arbeit toll machen, ist diese Atmosphäre der Bildung noch immer eine der Konkurrenz, des Weiterkommens und Liegenbleibens. Einzig und allein die eigene Kraft entscheidet hier über Erfolg und Misserfolg und darauf, das muss ich sagen, hat mich die Schule hervorragend vorbereitet.

Eure Cali

2 thoughts on “Es riecht nach Reinigungsmittel und der Bauch kribbelt

  1. Deine Lehrer haben auch willige Schüler ausgebremst und ihnen jede Motivation genommen? Sie vielleicht sogar für ihre Taten bloßgestellt? Das habe ich leider auch erfahren müssen.
    Und singe seitdem ein Loblied auf die Uni. Mit dem Bachelor/Master-System hat sich die Schulstimmung in der uni teilweise erhalten, aber ich versuche seit Jahren, sie zu überwinden. Und im Master funktioniert das seltsamerweise erstaunlich gut! Die Professoren fordern und die wenig übrig gebliebenen Studenten sind willig und motiviert. Es ist einfach klasse!

    • Ja, man hört das von überall, wenn man sich mit Gleichaltrigen unterhält. Leider. Es freut mich sehr, dass es dir an der Uni besser gefällt. Im Bachelor ist die Anzahl und „Art“ der Studenten für mich auch noch nicht optimal muss ich sagen, aber ich kann mir vorstellen, dass das sich das Master ausdünnt und angenehmer wird. Viele Grüße an dich, Cali

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