Zwänge bewältigen- innen wie außen

Meine lieben Leser,

das äußere Erscheinungsbild eines Menschen spielt in unserer Gesellschaft eine große Rolle. Das ist kein Geheimnis. Und obwohl es demjenigen, für den die innere Schönheit eines Anderen sichtbar ist, gleichgültig ist, ob sein Gegenüber über eine schöne Figur oder ästhetische Gesichtsszüge verfügt, ist nicht abstreitbar, dass Äußerlichkeiten uns einen leichten Zugang zur jeweiligen Persönlichkeit versprechen. Wir bemerken sie, bewerten sie und sind bewusst oder unbewusst ihrem Einfluss ausgesetzt. Wir wissen darum und richten uns auch bei der Gestaltung und Empfindung unseres eigenen Äußeren danach- zu oft.

Es gibt zwei Arten der Äußerlichkeit eines Menschen. Die eine ist durch unsere Genetik festgelegt, die andere ist gestaltbar. Und obwohl Kosmetik für Haut und Haar, Kontaktlinsen, Sport oder sogar Operationen vieles an uns veränderbar machen, kann niemand wirklich aus seiner Haut. Und das sollte er auch nicht müssen.

Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht wie ich zum Aussehen anderer und zu meinem eigenen stehe. Obwohl ich nie irgendeinem Trend hinterhergelaufen bin, habe ich mein Äußeres stets bewusst gestaltet. Aber warum? Da ich nie mit meiner Veranlagung gehardert habe und deshalb an äußerer Veränderung interessiert gewesen wäre, waren Kleidung und Frisur für mich immer eher ein Werkzeug mich als Persönlichkeit auszudrücken. Es gab Zeiten, in denen ich mir kategorisch einen gewissen Stil auferlegt hatte, weil ich mich in dem Glauben befand, er verkörpere mich. Ich verbot mir außerhalb dieser Schranken einen Geschmack zu entwickeln und lehnte neue Einflüsse blind ab.

Doch es kam das Umdenken, der kleine Nasenring wurde rausgenommen und passte auch schon kurze Zeit später nicht mehr zu mir. Er blieb als Erinnerung im Schmuckkästchen und wenn mich jemand auf das kleine Loch in der Nase ansprach, erzählte ich, dass die Zeiten vorbei seien. Unbemerkt hatte sich wieder eine Schranke eingeschlichen. Ich hatte für mich festgelegt, dass ich nun erwachsen sei und dieses und jenes einfach nicht mehr ginge. Es war nicht mehr vereinbar mit meinem Bild von mir und nicht mit dem Eindruck, den andere von mir haben sollten. Was für ein Schwachsinn.

In meiner Unendlichkeit als Mensch, in dem undurchsichtigen Zusammenspiel von Vergangenheit und Gegenwart nach absoluten Aussagen zu suchen ist hoffnungslos. Ich bin heute so und morgen so. Dafür muss ich mich nicht rechtfertigen, weder vor mir noch vor anderen. Ein vermeintlicher Rückschritt kann ein großer Fortschritt sein, wenn man ihn nicht zum Rückschritt verteufelt. Ein kleiner goldener Stecker ziert in diesem Moment meine Sommersprossen und ich fühle mich gut.

Wenn mein Herz nach Punkten und Streifen, krassen Farben, kurzen Haaren, langen Haaren, keinen Haaren, Ton in Ton, Grau und unauffällig, verhüllt oder entblößt verlangt, wird es das fortan kriegen. Ich bin äußerlich ebenso unendlich, wie innerlich. Ich bin frei. Ihr übrigens auch.😉

In aller Liebe

Eure Cali, die euch recht herzlich für eure Kommentare und euer Mitfühlen dankt.

10 thoughts on “Zwänge bewältigen- innen wie außen

  1. Das stimmt….man schaut viel zu viel was andere anhaben, oder was jetzt „angebracht“ wäre. Aber ich setze mich auch mit vielen Dingen einfach über diese Tatsache hinweg. Sollen doch die Leute denken was sie wollen!!!😀

  2. Das Leben wäre um vieles einfacher, wenn man sich nicht zuviele Gedanken über die Gedanken der anderen machen täte. Ich lerne noch.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag

    Mathilda🙂

  3. Liebe Cali,

    so ist es bei mir auch. Ich bin nicht nur heute so, morgen so. Sondern manchmal sogar eine Stunde so, in der nächsten schon wieder anders. Mußte lächeln bei Deinem Text, dachte immer, ich sei so anders als andere …😉

    Liebste Grüße und Drücker von Kirstin

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