Ich will, dass du mich magst. Ja, das will ich.

Meine lieben Leser,

manche Wochen sind so eintönig, dass man sich Freitag kaum mehr an Mittwoch erinnern kann. Andere sind durchdrungen von Ereignissen und Eindrücken, Stoff für ganze Monate.

Was will ich euch nun aber mit dieser Überschrift sagen? Ich will, dass ihr mögt, was ich schreibe. Ich will, dass mich meine Mitstudenten mögen und ich will, dass Fremde einen guten Eindruck von mir haben. Ich möchte erkannt werden und nicht verkannt. Ganz einfach. Letzteres ist eine meine größten Ängste, sie schmerzt mich zutiefst. Logisch oder nicht ist es eine schwere Einsicht.

Es ist ein Ideal von sich behaupten zu können, es wäre einem egal, was andere von einem halten. Leute, die diese Haltung ausstrahlen, werden bewundert. Sie sind frei. Frei von den Urteilen Anderer. Sie können ihnen nichts anhaben. Welches Privileg! Doch wie viele dieser Menschen gibt es wirklich? Und ist es tatsächlich ein erstrebenswerter Zustand sich dem Blick in den Spiegel, den der andere in sich trägt, aus Angst vor sich selbst zu verweigern?

Als Konsequenz aus schmerzhaften Situationen hatte ich mich entschieden nichts mehr darauf zu geben, was andere über mich denken. Ich errichtete um mich eine hohe Mauer, die auf Andere abschreckend wirken sollte. Und das tat und tut sie hervorragend. So laufe ich also durch’s Leben und kann meine Arme in diesem Gefängnis kaum ausstrecken und wehe dem, der sich bis an meine Grenze vorwagt.

Ich scheue Prüfungssituationen, sie machen mich angreifbar, ich meide den Kontakt mit großen Gruppen, sie grenzen mich ohnehin aus, ich habe die Hoffnung auf einen guten Job aufgegeben, meine Qualitäten erkennt eh niemand. Wahrscheinlich habe ich mich in ihnen bitter geirrt. Ich will für mich sein und die handvoll Leute vor meinem Schutzwall postieren, deren Zuwendung mir sicher ist. Was ist nur aus mir geworden?

Aus mir ist eine junge Frau geworden, die genau wie viele andere zerfressen ist von Selbstzweifeln, die ihr keiner anmerkt. Aus mir ist eine Frau geworden, die ein besseres Selbstbild verdient hat und die es wert ist von sich und anderen Menschen gemocht zu werden. Aus mir ist eine Frau geworden, die den Blick in den Spiegel genießen sollte, statt bei der Konfrontation mit sich den Tränen nahe zu sein. Ich bin eine von vielen geworden.

Doch keine Erkenntnis kann so bitter sein, dass sie es nicht wert wäre sie zu haben.

Eure Cali

22 thoughts on “Ich will, dass du mich magst. Ja, das will ich.

  1. Hi Cali,

    ich mag Dich – egal ob Du es willst oder nicht.

    Lass uns gemeinsam lernen, nicht mehr wegzulaufen vor dem Schmerz, sondern ihn anzunehmen. Ich bin bei Dir, in Deinem Schmerz. Wenn Du magst, dann fühle Dich jetzt geborgen, gehalten von mir.

    In tiefer Liebe und Verbundenheit,
    Ralph

    • Lieber Ralph, ich freue mich wirklich sehr, dass du seit Kurzem bei mir kommentierst und dabei sehr treffende, präzise Worte findest. Viele Grüße und vielen Dank für deine Anteilnahme, Cali

  2. Liebe Cali,

    ja, was ist aus Dir geworden?😉 Eine junge Frau, die mich sofort aufhorchen ließ, als ich sie das erste Mal gelesen hab. Das, was man schreibt, ist ja noch mit am ehesten das, was aus dem Herzen kommt. Eine junge Frau, die mir total viel Freude bereitet. In der ich mich selbst wieder erkenne. Die oftmals das macht, wozu ich mich in ihrem Alter nicht getraut hätte. Eine junge Frau, die – wie ich finde – eine sowas von gesunde Einstellung hat. Sorry – Bewertung😉 – is ja meist auch meine Einstellung – lach. Und eine junge Frau, die uns an ihrem Herzen teilhaben läßt – egal, was da grad ist -, und die damit das größte in die Welt bringt, was man bringen kann: Die Liebe.

    Schön, daß es Dich gibt.🙂

    Liebste Grüße von Kirstin

    • :-* Vielen Dank, Kirstin. Tatsächlich ist die große Liebe, die ich für viele Dinge, wenn auch noch nicht für alles und jeden empfinde, meine größte Errungenschaft überhaupt. Und es freut mich, dass man das spürt. Wenn ich es jetzt noch schaffe sie auch für mich zu empfinden- ja, dann wäre ich seelig.😉 Viele, viele Grüße an dich!

    • Ach ja, und wenn Du denn den Weg dahin gefunden hast, sagst mir denn, wie das geht …?😉 Für andere ist das immer viel leichter.

    • Denk‘ das nicht! Es ist für andere nicht leichter. Du weiß nie, ob bei denen, die es behauptet tatsächlich der Groschen gefallen ist und ich glaube jeder wird seinen eigenen Weg haben, den er am Ende nicht mehr erklären können wird. Ich fange jetzt mal damit an mich mit mir zu konfrontieren. Kritik, ob gut oder schlecht, ehrlich anzunehmen, mir nicht die Augen und Ohren zu zuhalten, wenn ich ein Video von mir sehe etc.😉

  3. Für dich, liebe Cali

    Egal was passiert!

    Gib niemals auf und entwickle dein Herz!

    Es gibt zu viele Vorgaben in deinem Land, die entwickeln den Verstand anstelle des Herzens.

    Entwickle Mitgefühl, nicht nur für deine Freunde sondern für jedes fühlende Wesen.

    Arbeite für Frieden und Mitgefühl.

    Ich sage es noch einmal: Gib niemals auf!

    Egal was passiert: Gib niemals auf!

    (Dalai Lama)

    wiedergefunden und gemopst hier: http://www.lehm-erlebniswelt.de/9.html

  4. Liebste Cali,

    du bist wie wir alle, einzigartig und immer auf dem Weg, was Besonderes und auch mal ganz stinknormal.
    Voller Fragen und inneren Antworten, mal freudig und erfrischend, mal traurig und frustriert … wie wir alle … du bist eine von uns vielen und doch bist du Cali.

    Du bist ein Herz und gehörst doch zu unser aller Herzen, es schlägt für uns genauso wie unsere für dich schlagen.

    Alles ganz normal also und doch ist nichts normal😉

    Nimm deine Kernsätze mal in dein Herz hinein und frage dort nochmal nach, probiere es einfach .. du wirst es anders wahrnehmen.
    Gedanken sind einfach Gedanken, Gefühle entstehen daraus, sag einfach mal ja dazu … gut, o.k. im Moment ist es so, ich mag euch zwar nicht, aber nun seid ihr eben hier und ich nehme euch jetzt mal an so wie ihr seid.

    Hab dich lieb du zauberhaftes Wesen … in allem wie du bist.

    Ganz dicken festen Knuddel für die ganze Woche,
    Angelika

    • Liebe Angelika, ich werde es weiterhin versuchen anzunehmen. Oft gelingt es schon besser, öfter sind Gewohnheiten einfach zu stark. Danke für deinen aufmunternden Worte und auch dir eine Woche voller Liebe.😉 Cali

  5. Ach Cali, Du tust mir wirklich leid. Was hat Dich denn so erschüttert? Das klingt gar nicht gut… Vielleicht hilft es, wenn Du Dich erst einmal so magst, wie Du bist? Wenn Du liebevoll und sanft mit Dir umgehst?

    Ich wünsche Dir alles Gute!

    LG Susanne

    • Liebe Susanne,

      kein Grund für Mitleid. Das gehört alles dazu. Ja, ich werde versuchen mich mehr zu mögen und mit mir liebevoll umzugehen. Viele Grüße an dich und Miranda, den Shootingstar! =)

  6. Du bist nicht eine von vielen geworden. Du bist einzigartig. Und eine deiner Facetten ist es, dass du dich – wie so viele! – mit Selbstzweifeln herumplagst. So ist das.😉

    P.S: Dein Eintrag hätte – genau so – direkt aus meiner Tastatur stammen können. Darum bin ich ja gerade dabei, mein Leben „neu zu erfinden“. Und sollte das nicht klappen, dann gewinne ich vielleicht wenigstens ein paar wichtige Erkenntnisse.🙂

    • Genau das meine ich damit eine von vielen zu sein, wenn du dich mit meinen Gedanken identifizieren kannst: Fast nichts ist so weit verbreitet wie der Selbstzweifel. Und ich finde es gar nicht schlimm dazuzugehören, es scheint normal, wenn auch nicht hinnehmbar zu sein. Und trotzdem hast du natürlich recht damit, dass wir alle einzigartig sind. Es ist nur so schwer zu begreifen einzigartig zu sein und doch eben nur eine von vielen. Das Gleichgewicht zwischen beiden Bewusstsein zu finden ist eine Form von Lebenskunst, denke ich. Mir passiert es jedenfalls immer wieder in ein Extrem zu rutschen.

  7. Liebe Cali, ich habe Deinen Blog von Anfang an gemocht. Du hast eine tolle Art zu schreiben…Du schaffst es viele Dinge auf den Punkt zu bringen. Auch dieser Artikel berührt mich sehr. Auch ich bin diese junge Frau, die sich selbst ein Gefängnis gebastelt hat, um sich zu schützen. Aber die Enge der Zelle ist auch belastend…..doch ich habe noch nicht den Mut die Gitter beiseite zu schieben. Ich zweifel viel an mir. Ich bin gut in Verdrängen…aber wenn dieser Punkt angesprochen wird, kommen die Tränen ruck zuck.

    • Liebe Mascha, es bedeutet mir wirklich viel, dass du dich bei mir hin und wieder so ehrlich öffnest. Es gibt mir das Gefühl, dass ich euch solche intimen Dinge verraten kann ohne mich lächerlich zu machen und dass es sich lohnt.
      Es ist schon die halbe Miete überhaupt zu wissen, dass es an dieser Stelle etwas zu tun gibt. Nur Schritt für Schritt werden wir die Gitter beiseite schieben können, nicht mit einem Ruck. Hier eine kleine Veränderung im Denken, dort eine neue Handlung. Die Wirkung wird nicht ausbleiben. Versprochen.

  8. Du bist nicht „eine von vielen“ – jeder Mensch ist einzigartig, hat seine ganz besonderen Talente, seine ganz besondere Schönheit, seine Einzigartigkeit. Diese Talente, Begabungen, Schönheit gilt es zu erkennen und sich ihrer bewußt zu werden. Das, was man mit ganzer Leidenschaft tut (egal was andere sagen oder denken mögen), ist das, was man besonders gut macht und was einen von den anderen unterscheidet. Das ist Deine Einmaligkeit und die musst Du leben. Hör auf Deine Intuition – sie sagt Dir das Richtige (z.B. Schreiben ist eine große Begabung von Dir – denk mal drüber nach, was Du daraus machen könntest ….)
    Wir von WEGWEISE stehen mit Rat & Tat zur Verfügung🙂

    • Liebe Lilli, danke für deine aufbauende Worte. Sie treffen den Nerv, denn genau meine „Einzigartigkeiten“ sind es, die ich zu oft negativ bewerte. Dadurch kann ich mich nur schwer selbst lieben, doch daran werde ich arbeiten. Schön, dass du hier warst! Cali

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