Weil ich es so will

Meine lieben Leser,

man kann die Welt nicht aus ihren Angeln heben, auch wenn wir es uns manchmal so sehr wünschten. Noch nie habe ich etwas Wertvolles erhalten ohne es mir vorher erarbeitet zu haben. Na gut, mit acht Jahren habe ich mit geschickter Hand und ohne Gegenleistung ein Rubbellos im Wert von 50 Mark aus der Trommel gefischt, aber die Rede ist von „Wertvollem“, von Dingen, die es bei keiner Verlosung zu gewinnen gibt.

Solche Tiefpunkte wie meiner in den letzten Tagen sind nicht schön anzusehen. Man merkt mir schon von Weitem an, dass es ratsam wäre sich hinter dem Bahnhofshäuschen zu verstecken oder mir auffällig unauffällig den Hinterkopf zuzudrehen. Ich selbst finde das gar nicht schlimm, denn ich will eigentlich auch nur meine Ruhe haben und mich vor allerlei nonwirksamen Floskeln wie „Die Sonne scheint, ein Grund für gute Laune.“ oder aber „Nimm dir nicht alles so zu Herzen.“ bewahren. Anders als viele andere ist das Wetter für mich kein Parameter meiner Laune, sondern meine Stimmung ein Wetteraufheller oder eben -verdunkler. Und wenn ich das meiste nicht an mein Herz lassen würde, dann könnte ich mich auch gleich mit Bikini in den Kühlschrank setzten. Das Klima ist dort genau so, wie ich es mir vorstelle, wenn ich meinem Herzen den Mund verbieten würde – lebensverneinend.

Nee, nee, ich leide nicht gern, ganz sicher nicht, aber ich weiß, dass es dazugehört, will man mit sich und den Dingen vorankommen. Schlechte Zeiten sind keine unwillkommenen Besucher, die wir, komme was wolle, vor der Tür stehen lassen sollten. Der Genuss der vielen Gaben, die sie da lassen, wenn sie wieder gehen, würde uns glatt entgehen. Ein herber Verlust. Ich will damit nicht sagen, dass wir sie auf einen Tee einladen und es ihnen recht gemütlich bei uns machen sollten, aber für eine kurze Unterredung sollte man sich die Zeit nehmen, sonst schauen sie unermüdlich durch’s Fenster und lassen das Licht nicht hinein.

Ich finde die gängige Vorstellung von „Glück“ ohnehin fraglich. Es soll einem zufallen, einfach begegnen. Das vierblättrige Kleeblatt soll am Straßenrand stehen und uns am besten auch noch hinterherrufen, wenn wir es übersehen haben. Nein, daran glaube ich nicht. Ich bin eine begeisterte Kleeblattsucherin, eine Glückssucherin. Ich habe schon etliche gefunden und sie früher immer an Lehrerinnen und Familie verschenkt. Ganz vergessen hatte ich dieses Hobby, selber Schuld. Ab auf die grüne Wiese! Ja, was haben wir denn da: Mein Glück, gesucht und gefunden. Ich kann es also noch und bin wieder einen Schritt weiter, weil ich es so wollte.

In aller Liebe für die guten und schlechten Seiten des Lebens

Eure Cali

16 thoughts on “Weil ich es so will

    • Und welches „Glück“ ist das dann? Kurzes Glück oder inneres, tiefes Glück, das sich nicht so leicht wegpusten lässt. Ich glaube letzteres können die meisten sich nur erarbeiten, wenigen ist das gegeben und zufällig ist es schon gar nicht, denke ich.🙂

  1. Ich suche gerne vierblättrige Kleeblätter. Und Kastanien. Das erhöht die Chance, das „Glück“ einfach aufzusammeln, immens.:mrgreen:

    Schlechten Zeiten stehe ich mittlerweile auch nicht mehr so ablehnend gegenüber. Sie gehören einfach zu den guten Zeiten. So wie der Mond zur Sonne und die Ebbe zur Flut. Manche Dinge gibt es nur im Doppelpack und man tut gut daran, jedem eine gute Seite abzugewinnen und das Beste daraus zu machen.🙂

    Viel nerviger als die schlechten, nachdenklichen oder nicht so sonnigen Tage finde ich eher die Menschen, die mir diese Empfindungen „abquatschen“ wollen. Ich habe nichts gegen eine gesunde Art von positivem Denken. Aber dieses nicht-zulassen-wollen von weniger „sonnigen“ [=gesellschaftlich unerwünschten] Launen empfinde ich als zwanghafte Gehirnwäsche.

    Kleeblätter suchen… schöne Idee für die kommenden Tage.😛

    • Liebe Anna, ich empfinde das alles genau wie du. „Abquatschen“ lassen ist ein wirklich guter Ausdruck für den zwar liebgemeinten Versuch vieler auf solche Tiefs zu reagieren, der das Problem aber leider nicht bei der Wurzel packt sondern nur oberflächlich Hilfe leistet. Man sollte dann wirklich zu seiner Stimmung stehen, sich erklären, aber nicht zu lang und um Verständnis bitten.

  2. ..und ich glaube an den Kinderspruch, dass nach Regen wieder Sonnenschein folgt. Was wäre das für ein Leben, wenn alles immer nur rosarot wäre, bzw. man sich nicht traut, auch mal schlechte Tage/ Stunden als solche zu bezeichnen. Wenn dann ein kleines Glück kommt, kann ich es besonders genießen… und seien es die Sonnenstrahlen nach ein paar Regentagen!
    LG von Rana

    • Liebe Rana, genau so ist es! Man kann sich wirklich darauf verlassen und solche einfachen Gedanken helfen so gut in schlechten Zeiten. Vielen Dank für deinen Kommentar!

  3. Für jeden bedeutet Glück etwas anderes. Das wahre Glück finden wir in uns. Das äußere Glück liegt oft in den einfachen Dingen. Für mich bedeutet Glück mit den Pferden zusammen auf der Weide zu sein. Sie geben mir Kraft und Energie, durch ihre Ruhe und ihre Ausgeglichenheit. Ich bin dann mit mir und der Welt im reinen.😀

    LG Susanne

    • Liebe Susanne, ja, wie genau Glück aussieht entscheidet jeder für sich. Aber meist sind die Vorstellung hier gar nicht so unterschiedlich. Gemeinsam mit Pferden auf einer Weide stehen würde bestimmt viele Leute glücklich machen- sehr viele Menschen empfinden im Umgang mit Tieren und der Natur Frieden und Zu-friedenheit. Also schätze dich glücklich für diese tolle Möglichkeit! Aber das tust, weiß ich ja.😉

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