Vom verdienten Katerglück

Vom verdienten Katerglück

Es war einmal ein Katerich. Sein Name war so besonders, wie seine Musterung gewöhnlich. Grau-Braun getigert entzückte er nur schwerlich, doch sein Bauch war mäuseweiß. Er führte ein Leben fernab von jeder Bedrohung, hoch oben im 12. Stockwerk eines Mietshauses. Bäume konnten ihm hier nichts anhaben, denn die wachsen bekanntlich nicht bis in den Himmel. Und auch die vielen Autos auf den Straßen waren für den Katerich nur ein leises Brummen in der Ferne.

Eines nachts, keiner weiß was geschah, brannte es in des Katers Heim lichterloh. Hohe Flammen und schwarzer dicker Qualm ließen dem Tierchen keine andere Wahl als abzuwarten und auf sein Glück zu hoffen. Man könnte fast glauben das Schicksal hätte seine Finger im Spiel gehabt, als ein mutiger Nachbar das laute Mauzen in all der Panik nicht überhörte und den ganz verrußten Stubentiger mit sich ins Freie rettete. Um ein Haar dem Grauen entgangen erreicht das Kätzchen auch schon der nächste Streich.

Kein Platz sei mehr für ihn bei all dem Stress, grämt sich das verzweifelte, aber gesunde Herrchen des Katers. Schweren Herzens fasst es den Entschluss seinem Begleiter im Tierheim die Chance auf ein neues unbeschwertes Zuhause zu gewähren. Edel ist das Herrchen zwar, doch der Kater zutiefst betrübt.

Wasser, Futter und ein Bett waren nun alles was ihm blieben. Ganz grau und schmutzig war sein Bäuchlein jetzt und der Jüngste war er auch nicht mehr. Viele Menschen lukten Tag für Tag durch die dicke Scheibe vor seiner feuchten Nase, doch schließlich kam keiner von ihnen ein zweites Mal. Nichts als zu schlafen blieb dem armen Tier übrig und von besseren Zeiten zu träumen. Während er tagelang schlief war in der Welt der Menschen wieder mal mächtig was los. Sie mochten sich nicht, taten sich Gewalt an, erschufen Dinge, die sie nicht brauchten und verstanden sich selbst nicht mehr. Sie hatten alles, was das Katerchen gewollt hätte und das war nicht viel, zufrieden waren sie dennoch nicht.

Doch der Hoffnung letzter Tag war nicht vergangen und so kamen Zwei ein zweites Mal. Kurz entschlossen und mit viel Wärme zu verschenken nahmen sie den armen Wicht bei sich auf. Wasser, Futter und ein Bett und dazu noch ganz viel Liebe, nicht mehr und auch nicht weniger, waren nötig damit die Augen wieder leuchteten und das Fellchen wieder glänzte.

Zufrieden bis in die Schnurrhaarspitzen war das Katerchen fortan und die Zwei mit ihm gleich mit. Es ist ganz friedlich so zu dritt, womit der Beweis geliefert wär‘: Wasser, Futter, ein weiches Bett und dazu noch die Liebe, was wollen wir denn eigentlich mehr?

Eure Cali

10 thoughts on “Vom verdienten Katerglück

    • Ja, im Grunde ist es nicht viel. Und in unseren Breitengraden beinahe selbstverständlich. Viele Grüße an Mascha, Cali

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