Es ist so traurig

Meine lieben Leser,

ruhig ist es hier geworden. Mir war klar, dass diese Phase kommen würde. Ich bewundere die Leute, die unnachgiebig, immer enthusiastisch, für das, an das sie glauben, kämpfen können. Diesen Übermut habe ich leider einmal verloren. Das bedauere ich schon. Das Gefühl die Welt in einer Nacht erorbern zu können fehlt mir.

Aber wenn man immer und überall auf Granit beißt, man für dumm verkauft wird, missverstanden und belächelt wird, wenn man nie etwas zurückbekommt und einem niemand begegnet, der einem gern das zugesteht, was man verdient hat, dann verliert man den Mut. Aus ganzem Herzen beneide ich jeden, an dessen Seite ein Befürworter, ein unermüdlicher Unterstützer geht. Wahrscheinlich ist Erfolg immer das Produkt einer inspirierten Person und noch viel eher einer Zweiten, die ihr eigenes Leben bereit ist diesem Zweck unterzuordnen. Anders kann ich es mir nicht erklären.

Es gibt so viel zu beanstanden, es gilt Millarden von Augen zu öffnen und ebenso viele Brücken zu schlagen. Ich frage mich, wann kommt Verantwortung wieder in Mode und wann begreift die Vodafone-Generation, dass ein Sommer mit Freunden nicht als unvergesslich geplant wird, sondern unverhofft fantastisch wird? Und dass er das bei manchem nie sein wird. Einfach so, ohne Grund und trotzdem mit Berechtigung. Ich wüsste gern, warum Falten, Pickel und Cellulite nicht als das betrachten werden, das sie sind: Haut. Ich zumindest bin nicht meine Pickel oder meine Orangenhaut. Ich bin Cali, hässlich oder schön, sexy oder nicht, behindert oder gesund. Ich bin Cali, oder?

Ich schäme mich dafür, dass nicht mal ich selbst immer an eine bessere Welt glauben kann und daran dass ich die Pflicht habe für sie einzustehen. Ich schäme mich für meine Schwäche und dafür, dass ich mir Unsicherheit einreden lasse von Leuten, die eine Lebens-to-do-Liste haben und sich ohne die Habenseite am Kühlschrank und auf Facebook nicht ertragen könnten.

Es ist so traurig, dass sich Gutes so schwer durchsetzt. Es ist so frustrierend, dass daran so wenig Interesse besteht und es okay ist egoistisch zu sein. Mir war klar, dass diese Phase kommen würde. Genauso gewiss bin ich der Besserung.

Eure Cali

22 thoughts on “Es ist so traurig

  1. Weißt Du was, liebe Cali? Wir sind alle zur Zeit etwas müde. Da bist Du nicht allein. Aber allein an Deinen Zeilen seh ich, nichts ist verloren🙂 Solange Du Dir selbst treu bleibst, kann das außen durchaus mal für einen Moment still sein.

    Liebe Grüße von Kirstin

  2. Cali, hast du gerade ein informelles Zwischentief?
    Ich kann das verstehen, denn mir geht es gerade ähnlich. Wenn ich mir nicht jeden Tag einrede, dass das was ich tue gut und richtig ist, dann falle ich in ein tiefes Loch.
    Es tröstet mich zu wissen, dass nach jedem Regen wieder Sonnenschein kommt.

    Warten wir einfach mal gelassen ab.
    Liebe Grüße
    SK

    • Liebe Sk, ja zumindest was diese Dinge angeht. Zwischenzeitlich lässt einfach die Kraft nach und man zweifelt zu oft. Wir warten gelassen ab, ja!🙂

  3. Hi Cali, meine Liebe Cali, …

    auch ich bin zurzeit etwas müde – aber es stört mich nicht. Wenn nichts wird, wird nichts. Es wird immer genau das, was wird (gern auch, was von einer höheren Warte aus werden soll) – nicht mehr, und nicht weniger. Was ist, ist.

    Darf ich Dich mal ganz sacht in den Arm nehmen und einfach nur halten?

    Lass alles zu, lass alles raus, lass es fließen … und vielleicht gelingt es Dir, alles mehr und mehr nur noch zu beobachten … die Welt der Formen, die sich ständig verändert … und mitten drin Cali … auch die kannst Du beobachten … heute erfreut, morgen betrübt … all das ist Leben.

    Es gibt die, die neben und hinter Dir stehen – auch wenn Du sie nicht mit Deinen fünf Sinnen wahrnehmen kannst … Du wirst sie immer in Deinem Herzen finden. Selbst die, die Dich im Außen auf Granit beißen lassen, lieben Dich. Du hast sie lediglich auf einer höheren Ebene darum gebeten, diese Erfahrung machen zu dürfen, und in ihrer unendlichen Liebe haben sie eingewilligt. Wenn mich heute jemand auf Granit beißen lässt, empfinde ich nur noch Dankbarkeit – denn es kann gar nicht anders sein, als dass ich ihn auf höherer Ebene (woran er sich natürlich auch nicht erinnern kann) darum gebeten habe, mich in die Knie zu zwingen, um Demut zu lernen.

    Weißt Du – ich habe fast Tränen in den Augen, Tränen des Mitgefühls. Gerade heute bin ich wieder auf die Tipping-Methode aufmerksam geworden, und bin nochmal durch die 13 Schritte zur radikalen Vergebung durchgegangen um zu schauen, ob noch nicht vergebene Reste hochkommen … es waren noch körperliche Symptome zu spüren, aber mental war ich völlig frei. Um besser zu verstehen, worum es mir geht, hier mal ein paar Notizen, die ich im Zusammenhang mit dem Vier-Schritte-Prozess vor knapp zwei Jahren an meine scheue Füchsin notierte:

    ——
    [August 2010]
    In mir tobt ein Kampf. Es fühlt sich an, als rühre jemand (ich selbst?) in meinen Eingeweiden – als würde da ein gigantischer Ringkampf stattfinden.

    Ich habe in mich hinein gefühlt und plötzlich war mir klar:
    – Es ist das gleiche Gefühl, das ich bekomme, wenn meine Frau zu mir sagt:
    „Wenn xxx, dann gehe ich.“
    – Es ist das Gefühl des ’nicht angenommen Seins‘.
    – Es ist das extrem massive Gefühl des „ich bin nicht okay“.
    (dies ist die zentrale negative Überzeugung schlechthin)
    – Dem zugrunde liegt eine weitere negative Überzeugung:
    Wenn ich ehrlich bin, stoße ich auf Ablehnung, woraus folgt:
    Wenn ich angenommen werden möchte, darf ich nicht ehrlich sein.
    – Bisher habe ich erfahren:
    * Meine Frau hat Grenzen – sie stellt Bedingungen (geht, wenn ich xxx)
    * meine scheue Füchsin hat keine Grenzen – sie nimmt mich bedingungslos an
    – Dies stand im Widerspruch zu meinen Überzeugungen – daher habe ich
    wohl unbewusst eine Situation kreiert, die mich in meinen
    Überzeugungen wieder bestätigt. Es konnte einfach nicht sein, dass
    mich jemand so liebt, wie ich bin – dass jemand bedingungslos ‚Ja‘
    zu mir sagt … denn ich bin ja das Opfer …

    Um zu heilen, sollte ich annehmen – daher bleibe ich noch etwas in dieser Opferrolle:

    Im August 2009 hast Du mir geschrieben:

    Ich wünschte, du wärest in meinem Kopf,
    denn ich möchte nichts ungeteilt lassen.
    Lieber wäre mir, unsere zwei Herzen wären eines,
    damit du meine tiefe Dankbarkeit und Freude,
    am eigenen Leibe spüren könntest.

    Doch das Wissen erleichtert mich,
    das sich ein Teil von mir in dir befindet,
    der sich dieser Dinge stets erinnern wird.

    … und heute – heute möchtest Du mich nicht sehen … die Bitternis darüber treibt mir die Tränen in die Augen …

    Im Sommer 2009 schrieb ich:
    „Ich habe mich bisher noch nie jemandem völlig geöffnet“

    … nun habe ich es doch getan – und habe die Quittung dafür bekommen … Wie sagt man so schön: Gewagt und verloren…

    Erinnerst Du Dich noch, wann Du mir das erste Mal schriebst: „Ich liebe Dich“? Und heute sagst Du mir: „Ich muss auf mich aufpassen – es ist besser, wir sehen uns nicht.“ Mir fällt gerade nichts ein, was auf der Gefühlsskala weiter auseinander liegende Gefühle in mir erzeugen könnte.

    Und dennoch (vgl. hierzu auch:
    http://www.via-in-media.de/assets/files/4_Schritte_zur_Radikalen_Vergebung__Arbeitsblatt.pdf):
    1. Ich habe diese Situation selbst herbeigeführt:
    Schau, was ich kreiert habe.
    Ich kannte Deine Antwort im Voraus – letztlich habe ich sie durch meine SMS provoziert.

    Insofern gilt: „Ich stimme zu.“

    Irgendwie wollte ich mich aber auch eines Besseren belehren – nach dem Motto: Und wenn auch alle anderen so sind – meine scheue Füchsin wird mich sehen wollen … nun gut – es hat nicht sollen sein…

    2. Die Opfergeschichte ist klar, aber an anderer Stelle wird es schwierig – ich beschuldige oder verurteile niemanden … aber ich urteile, oh doch, ich urteile: Alle Menschen sind gleich – niemand nimmt mich so an, wie ich bin…
    Insofern gilt: „Ich stimme zu.“

    Aber: Wie nehme ich nun meine Gefühle liebevoll an? Okay – sie sind mein – ganz allein mein … und ich akzeptiere sie – ich werde sie annehmen und lieben … versprochen!

    3. Ein ganz klares „ich stimme zu“ an dieser Stelle – ich bin sofort bereit, die Vollkommenheit in der Situation zu sehen! Sie ist (nicht zuletzt im Sinne der sich selbst erfüllenden Prophezeiung) derart vollkommen, dass es bereits schmerzt. Alles entwickelt sich so, wie es sich entwickeln muss (das Desaster ist unausweichlich ;-)). Alles ist in göttlicher Ordnung – nur: Warum besteht diese Ordnung darin, mich leiden zu lassen? (Hmm, bin irgendwie immer noch Opfer.) Nun gut – dann ist dieses Leid genau das, was ich brauche und will für die Reise meiner Seele.
    Insofern: Nichts Falsches ist passiert, und es gibt nichts zu vergeben! Es ist alles in bester (göttlicher) Ordnung. (Oops – erkennt man den Zynismus?)

    Ich *weiß*, dass ich Dich angezogen habe, um genau diese Erfahrung zu machen. Du tust dies ja letztlich alles *für mich*. Du bist mein Engel der Heilung – ich bin mir nur noch nicht sicher, worin diese Heilung besteht / wovon ich geheilt werden möchte … doch nicht von meinem Glauben an das Gute im Menschen, an meinen Glauben an die Liebe, an Zuneigung und Zärtlichkeit … oder doch?

    Kommen wir zu den zentralen negativen Überzeugungen. Welche kann ich erkennen: Hmm – irgendwie trifft keine genau den Kern. Vielleicht eher so:
    a) Ich verdiene es nicht, so geliebt zu werden, wie ich wirklich bin.
    b) Wenn ich mich öffne, stoße ich auf Ablehnung.

    ==
    Kleiner Einschub: Meine Frau meinte mal: Du hast gut Reden von wegen „Ich liebe Dich“ – Du kennst mich ja noch nicht persönlich … und nun hast Du Angst, mich persönlich kennenzulernen … scheint so, als ob ich irgendetwas an mir habe, das andere in die Flucht schlägt – irgendetwas ansteckendes, … gefährliches, … abartiges, … oder zumindest komisches (der Ausdruck meiner Frau). Nennen wir es einfach mein „Anderssein“. Und Du hast schon Angst vor diesem „Anderssein“, obwohl Du es noch gar nicht kennst…
    ==

    Okay, dann sollte auch das gehen:
    Ich bin bereit zu erkennen, dass Du, meine scheue Füchsin, mir etwas spiegelst, das ich bisher verleugnet und unterdrückt habe. Ich bin jetzt in diesem Moment bereit, diesen Teil von mir, was immer es ist, zu akzeptieren und zu lieben. Ich danke Dir dafür, dass Du mir die Möglichkeit zur Heilung gegeben hast.“

    4. Ich entscheide mich für die Macht des Friedens
    Natürlich, aber warum kommen mir hier Gedanken an Freitod (nur der Tod schafft endgültigen Frieden) – vermutlich hat Tipping das aber nicht so gemeint…
    ——

    Interessant, das heute mal wieder zu lesen. Ich kann mich noch gut in meine damalige Verfassung hineinversetzen.

    Heute weiß(*) ich, dass ihr oben zitiertes Gedicht in allen Aspekten wahr ist:
    • Ein Teil von ihr befindet sich in mir, der sich dieser Dinge stets erinnert.
    • Unsere Herzen sind eins – jenseits von Glücklichsein und Unglücklichsein, richtig oder falsch
    • Ich bin in ihrem Kopf … und sie in meinem (auch wenn sie nicht mit mir kommuniziert, spreche ich mit ihr – und ich weiß, dass sie es wahrnimmt)

    Dies konnte ich erst durch ihren Kommunikationsabbruch tatsächlich erfahren – durch vollständige Rückspiegelung all der Dinge, die ich auf sie projiziert hatte. Es gab für mich keine Alternative, keinen Ausweg: Ich konnte sie nicht ersetzen, das entstandene Loch nicht durch etwas anderes im Außen stopfen (nicht dass ich es nicht versucht hätte, aber es hat nicht funktioniert). Die Aussage: „Es mag keinen Weg vorbei gehen, aber es gibt immer einen Weg hindurch!“ gewann zwischenzeitlich eine völlig neue Bedeutung für mich. Stück für Stück habe ich die Illusion einer „Persönlichkeit Ralph“ transzendiert … habe mehr und mehr die Identifikation mit „meinen“ Gedanken und „meinen“ Gefühlen aufgehoben … bin immer mehr zum Beobachter, zum Zeuge dieser Gedanken und Gefühle geworden … kann sie nun mehr und mehr vorüberziehen lassen, ohne darauf zu reagieren – weder mit Anhaftung noch mit Ablehnung. Dass es noch nicht immer unmittelbar funktioniert, zeigt meine hier nachzulesende Aussage „Nach außen hin funktioniere ich … innerlich weine ich …“, da war ich im vergangenen Mai für kurze Zeit doch mal wieder mit meinen Gedanken und Gefühlen identifiziert (in dem Moment, als ich die Zeilen geschrieben habe – beim Schreiben im Blog hatte ich diese Identifikation schon wieder aufgelöst).

    Die oben genannten Punkte gelten übrigens nicht nur für diese Beziehung, sondern auch für Beziehungen zu anderen Menschen … letztlich gelten sie für alle und alles, nur nehme ich es nicht in jedem Fall gleich intensiv wahr. Jedoch ist jede dieser Beziehungen einzigartig, und ich möchte keine einzige missen: Letztlich korrespondiert jede Beziehung im Außen mit einer Beziehung zu einem Teil meiner selbst im Inneren.

    Meine scheue Füchsin zeigte mir insofern nicht nur einen Anteil in mir, den ich noch nicht angenommen hatte (weswegen ich diesen auf sie projiziert und sie zum Löcherstopfen missbraucht habe), sondern sorgte im Verlaufe meines Heilungsprozesses als Auslöser auch dafür, dass ich weitere Wahrnehmungsschichten in mir freilegen konnte. Aber es geht natürlich auch anders – mit weniger Schmerz und weniger Leid … vielleicht auch einfach nur, indem man mir (besser ‚Ralphs Worten‘) zuhört und dabei schaut, was im eigenen Inneren resoniert … um so immer mehr mit dem eigenen Herz in Kontakt zu kommen … aber das ist ein freibleibendes Angebot: „Wahre Worte sind nicht schön – schöne Worte sind nicht wahr“ … und jeder mag selbst entscheiden, was er hört.

    In Liebe, Dankbarkeit, Demut und Frieden,
    Ralph

    Kirtana – Sweet Streams (mit deutscher Übersetzung):

    (*) Wenn ich hier „ich weiß“ schreibe, dann hat das nichts mit verstandesmäßigem Wissen zu tun – es ist eher die Weisheit des Herzens.

  4. Hi Cali,

    Du hast bisher noch gar nicht auf meinen länglichen Kommentar geantwortet. Magst Du erzählen, was beim Lesen in Dir vorgegangen ist (Gedanken und Gefühle)?

    Der Satz Ich bin Cali, oder? schwingt immer noch in mir. Bist Du an dieser Stelle schon ein wenig weiter gekommen? Stelle Dir mal die Fragen: Kann ich den Gedanke Ich bin Cali, oder? beobachten? Kann ich beobachten, wer diesen Gedanke denkt? Erkenne ich, wie der Verstand ständig in der Ich-Form spricht … ich aber gar nicht dieser Verstand bin, sondern lediglich ein stiller Zeuge, der diesen Verstand (der ständig behauptet, ich zu sein) beobachtet?

    Ich habe für mich herausgefunden: Ich bin nicht Ralph, vielmehr ist Ralph in mir. Ich bin … ich … Du … das Licht …

    Ralph (ebenso wie Cali) ist ein Vehikel, über das sich das Sein selbst erfährt, sich seiner selbst bewusst wird …

    Das Erkennen ist auch schon alles. Durch dieses Erkennen löst sich die Identifikation mit der Form auf. Natürlich wird der Verstand mit zig Gedanken kommen, die das Gegenteil behaupten … bleibe still, und beobachte – mehr nicht.

    In dieser Stille sind wir eins.

    • Lieber Ralph, deine Kommentare überfordern mich sowohl in ihrer Länge, als auch in ihrem Inhalt. Ich hatte einfach nichts zu deinem Kommentar zu sagen. Dass ich dir für deine Mühe dankbar bin, weißt du. Ich habe allerdings nicht die Zeit und zugegeben auch nicht die Nerven mich lange mit so großem Input auseinanderzusetzen. Ich tue das dann lieber langsam und überall auf meinem Weg (WordPress ist nur ein kleiner Teil hiervon) ein wenig.

      Viele Grüße, Cali

    • Wenn Dich meine Kommentare überfordern – kann es dann sein, dass Du sie mit dem Versand zu erfassen versuchst?

      Gehe in Dein Herz – mehr ist nicht notwendig. Dein Herz wird genau das herausziehen, was es für sich braucht. … Ganz ohne einen Gedanke an Überforderung – oder einen Gedanke an zu wenig Zeit – oder einen Gedanke an „nicht die Nerven haben“.

      In Liebe,
      Ralph

    • Ralph, ich würde dich bitten mir mein ganz eigenes Vorgehen zu erlauben und auch aufzuhören Mutmaßungen darüber anzustellen wieso ich etwas tue. Ich brauche keine Hilfe, denn es gibt kein Problem. Ich empfinde meine Fragen und Gedanken als „meinen“ Weg, den ich ganz langsam, ohne konkretes Ziel, gern und mit den Mittel, die mir belieben verfolge.

      Zudem habe ich auch nicht die Verpflichtung auf jeden Kommentar zu antworten. Ich möchte antworten, wenn mir danach ist und vor allem wenn es etwas zu sagen gibt.

      Ich brauche keine Aufgaben zu erfüllen, die du mir stellst. Meine Aufgaben stellt mir das Leben und kein Mensch, außer mir selbst. Bitte respektiere das.

      Cali

  5. Hi Cali,
    lass uns doch mal kurz auf folgende Aussage eingehen: ich würde dich bitten mir mein ganz eigenes Vorgehen zu erlauben.
    Mir ist grad nicht aufgefallen, dass ich Dir das nicht erlaubt hätte – mehr noch, ich fühle mich überhaupt nicht in der Position, Dir das nicht zu erlauben. An welcher Stelle hattest Du denn den Eindruck, ich würde es Dir nicht erlauben – oder Du müsstest mich in irgend einer Form darum bitten, es Dir zu erlauben? Was ist es, dass Dich hier so in den Rechtfertigungs-Modus verfallen lässt?
    In Liebe,
    Ralph

    • Deine Kommentare fordern bei mir Handeln und Reaktion ein. Manchmal ganz konkret: „Fühle in dich hinein…!“, „Frage dich….!“

      „Erlauben“ war nur ein höfliches Wort für „Lass‘ das!“. Demnach war es keine Rechtfertigung, sondern eine den gesellschaftlichen Gepflogenheiten angepasste Aufforderung.😉

    • Hi Cali,

      vielen Dank für Deine Antwort.

      Du empfindest also meine Kommentare als Forderungen, okay. Dann lass mich das doch hier einmal klarstellen: Die von Dir zitierten Formulierungen sind als Einladung / Ermunterung gemeint. Folge ihnen oder lasse sie an Dir vorüberziehen – ganz wie es Dir beliebt.

      Aber vielleicht bleiben wir mal noch kurz dabei: Was fühlst Du denn, wenn Du denkst, dass ich etwas fordere?

      Und meinst Du wirklich es hilft, zu fordern, dass ich nichts fordern soll? … so nach dem Motto: Ich tue jetzt genau das, was Du nicht tun sollst? Ich habe das mit der Vorbildwirkung bisher irgendwie immer anders verstanden …😉

      Es ist einfach köstlich: Du denkst ich meine „Tue das!“, und antwortest darauf mit „Lass das!“.

      Kannst Du gemeinsam mit mir darüber lachen?

      Alles Liebe,
      Ralph

    • Nein, kann ich nicht.

      Ja, ich fordere, dass du aufhörst zu fordern. Wieso sollte das nicht gehen? In unserem Fall gibt es doch trotzdem einen Unterschied. Du bist ein unermüdlicher Initiator, der nicht merkt wann gut ist. Ich habe darauf lediglich reagiert. Es liegt mir fern andere andauernd mit meinen Ausschweifungen zu belästigen, von ihnen zu fordern. Ich tue also nicht, was du tust.

      Ich will kein Vorbild sein. Anders als vllt du.

      Ralph, es wäre unheimlich besonnen von mir einfach nicht mehr auf deine Kommentare zu reagieren. Aber das sehe ich momentan absolut nicht ein. Egal wie ego-verfallen das sein mag, ich behalte mir vor auf diesem Blog das letzte Wort zu haben. Du kannst gern nochmal antworten, ob ich die Antwort zulasse, sehe ich dann.

  6. Hi Cali,

    Ja, ich fordere, dass du aufhörst zu fordern. Wieso sollte das nicht gehen?
    Von mir aus darfst Du fordern, was immer Du willst. Allerdings geht Deine Forderung, das ich aufhöre zu fordern, ins Leere, da ich niemals etwas forderte (siehe oben). Der Gedanke, dass ich etwas fordere, entsteht in Deinem Kopf. Wenn Du jetzt genau hinschaust, erkennst Du vielleicht auch, dass nur Du dieses Fordern (das ja in Deinem Kopf entsteht) beenden kannst: Indem Du den Gedanke loslässt, ich würde etwas fordern.

    Ich spiegele Dir lediglich Deine Gedanken – mache sie Dir bewusst. Du denkst, ich fordere, und diesen Gedanke projizierst Du auf mich. Das darfst Du natürlich tun. Ich beobachte es – weiter nichts.

    Du bist ein unermüdlicher Initiator, der nicht merkt wann gut ist.
    Du hast Dir ein Bild von mir gemacht … und nun argumentierst Du mit diesem Bild.

    Ich habe darauf lediglich reagiert.
    Ja, genau – wie ein Automat, bei dem man einen Knopf drückt. Wenn Du das erkennst, kannst Du das Muster auch brechen.

    Vielleicht noch ein Wort zur Vorbildfunktion: Wenn ich denke, jemand anderes sollte etwas tun, dann zeigt mir das, was ich tun sollte. Wenn ich also denke, jemand anderes sollte nicht fordern, dann sagt mir das, dass ich nicht fordern sollte. Wenn ich das nicht kann, wie sollte das dann der andere können? Letztlich verlange ich dann von dem anderen, wozu ich selbst nicht in der Lage bin. Wann immer das passiert (und es ist mir in der Vergangenheit oft passiert – natürlich ohne dass ich mir dessen bewusst war), entstehen Abhängigkeiten und Leid. In die gleiche Kerbe schlägt die Aussage: Ich kann niemanden ändern, außer mich selbst. Aber wenn ich das tue – wenn ich mich selbst ändere, dann ändert sich auch der Andere. Somit zeigt mir der andere immer, wo es bei mir selbst noch Handlungsbedarf gibt.

    In Dankbarkeit für Dein Sein – und für das Zeigen all dieser Dinge,
    Ralph

    • Und was genau hindert dich daran nicht mehr zu schreiben?

      „Ich spiegele Dir lediglich Deine Gedanken – mache sie Dir bewusst.“ Nein, das wünschst du dir vielleicht. Eigentlich nervst du nur. Ja, ich urteile über dich. Aber du lässt einem ja auch keine andere Wahl. Würdest du einfach aufhören zu schreiben, dann würde das beweisen, dass du erkennst, dass ich nicht empfänglich bin. Stattdessen drängst du dich auf. Und das tust du auf jedem Blog, in dem du aktiv bist.

      Frag‘ dich doch mal warum du auf Biegen und Brechen jemandem Dinge erzählen willst, nach denen er dich nicht gefragt hat. Und warum du in all deiner Weisheit nicht erkannt hast, dass die Dinge, die nicht freiwillig zu dir kommen nie wirklich bei dir sind.

      Du bist kein Lehrer, kein Überbringer. Jedenfalls nicht für mich. Ich habe dich dafür nicht ausgesucht. Genauso wenig wie viele andere hier. Ist doch wunderbar, dass du so weit gekommen bist. Ganz ehrlich, so penetrant kann nur jemand mit einem riesigen Ego sein. Wie sonst ist zu erklären, dass du deine eigene Weltsicht für so unantastbar, so wahr hälst, dass du nicht aufhören kannst sie total unangepasst an deinen Gegenüber immer und immer wieder auf die gleiche Weise zu verkünden und es dir scheinbar egal ist, ob der andere überhaupt zuhört? Du lässt dich dabei nie auf deinen Ansprechpartner ein. Ich z.B. kann nichts von dem, was du schreibst wirklich fühlen. Es ist Lichtjahre entfernt. Es ist nur Gequatsche. Aber die Hauptsache ist du fühlst dich dabei gut und hast gesagt, was du sagen wolltest, ne?

      Schon mal an einen eigenen Blog gedacht? Da kannst du so viel schreiben wie du willst. Und die Leser können zu dir kommen, ganz freiwillig.

  7. Hi Cali,

    es freut mich, dass ich Dich zu einer so umfangreichen Antwort inspirieren konnte – vielen Dank!

    Lass uns doch vielleicht wieder ein Highlight näher betrachten:
    Ja, ich urteile über dich. Aber du lässt einem ja auch keine andere Wahl.
    Wie geht es Dir, wenn Du denkst, dass ich Dir keine Wahl lasse? Habe ich wirklich Macht über Deine Gedanken? Kann ich machen, dass Du über mich urteilen musst – dass Du keine Wahl mehr hast, ob Du es tust oder nicht? Machst Du also quasi mich verantwortlich für Deine Gedanken? Wie fühlt sich das an?

    Wobei – das ist vielleicht noch nicht mal der ausschlaggebendste Aspekt: Entscheidend ist letztlich, ob Du all diese Beurteilungen dann auch glaubst – ob Du dieses aus Urteilen bestehende Bild von mir eintauschst gegen mich.

    Genau das hat mich in der Vergangenheit regelmäßig frustriert, da es mir wichtig war, gesehen und gehört zu werden … was genau dann endet, wenn sich mein Gegenüber ein Bild von mir gemacht hat, und dann mit diesem Bild korrespondiert, statt mit mir. Dieses Gefühl der Nichtexistenz kam auch gestern nochmal kurz hoch, als ich Deine Antwort las – aber es blieb nicht mehr lang, es war nur noch ein Echo aus früherer Zeit. Hab lieben Dank, dass Du mich mal wieder so mit mir selbst konfrontiert hast.

    Heut‘ ist es mir gleich, ob ich gesehen / gehört werde oder nicht. Warum?
    a) Weil ich den eigenen Mangel (mich selbst zu sehen und zu hören) nicht mehr nach außen projiziere; nicht mehr versuche, ihn durch irgendetwas im Außen zu kompensieren.
    b) Weil beides zusammengehört. Füge ich beide Pole zusammen – fliehe ich nicht mehr vor dem einen und strebe den anderen an – so finde ich mich jenseits der Polarität (und damit auch jenseits jeglichen Urteils von richtig und falsch) wieder. Da kannst Du mich treffen.

    In Liebe,
    Ralph

    • Hi Cali,

      ach ja, diese Frage … dachte ich schaue mal was passiert, wenn ich sie unbeantwortet lasse. 😉 Aber nachdem sie Dir so wichtig ist, dass Du noch einmal nachfagst, kommt hier auch meine Antwort: Es gibt nichts, das mich hindert, weiterhin zu schreiben – und es gibt nichts, das mich hindert, nicht mehr zu schreiben.

      Du tust, was Du tust – und Du tust nicht, was Du nicht tust.
      Ich tue, was ich tue – und ich tue nicht, was ich nicht tue.
      Ich liebe, was Du tust und was Du nicht tust – und was ich tue und was ich nicht tue

      Liebst Du, was Du tust und was Du nicht tust – und was ich tue und was ich nicht tue?

      Licht und Liebe,
      Ralph

  8. „Es gibt nichts, das mich hindert, weiterhin zu schreiben – und es gibt nichts, das mich hindert, nicht mehr zu schreiben.“ Wie kommt es dann zur Handlung des Schreibens?

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