„Die Geister, die ich rief“, sollen dahin zurückgehen, wo sie hergekommen sind

Hätte ich mir doch nur den Arm gebrochen, ach was sag‘ ich, am besten beide! Dann hätte ich nicht so viel im Internet surfen können, wie ich es umringt von Taschentüchern und Flüssigkeitszuführern eben doch getan habe. Dieses verflixte WorldWideWeb ist so ungeheuerlich worldwide, dass es Einblicke gewährt, wo Unbefugte eben keinen Zutritt haben sollten.

Nachdem ich die Namen sämtlicher ehemaliger Klassenkameraden gegoogelt hatte, so wie ich es alle paar Monate in einem Anfall widerlichen Voyerismus tue, musste ich einmal mehr feststellen, dass ich es hätte einfach gut sein lassen sollen. Jemand, wie ich, die mit der Schulzeit eher unliebsame Erinnerungen verbindet und froh war, als diese sich dem Ende neigte, fühlt sich nur allzu schnell in die alten Zeiten zurückversetzt, wenn sie feststellt, dass es die alle ja immer noch gibt.

Einige haben wirklich Ernst gemacht und probieren sich hier und da als irgendwas. Nachwuchsjournalisten und Weltenbummler haben ihre eigenen Websites, der Rest hat Facebook. Mehr als Minibildchen kriege ich als Verweigerin allerdings nicht zu Gesicht und auch wenn es Facebook ärgern wird, dass mich die Neugier nicht zur Anmeldung bewegt, bin ich froh, dass hier Schluss ist.

Als ich den Browser schließe, fühle ich mich ganz leer und müde, vom Stalken oder von der Erkältung. Ich glaube mit einigen von damals habe ich mich noch nicht ausgesöhnt, am wenigsten mit mir selbst.

6 thoughts on “„Die Geister, die ich rief“, sollen dahin zurückgehen, wo sie hergekommen sind

  1. Ach, Calichino, ich verstehe dich so gut. Dass dieses dumme Internet es aber auch erlaubt, Leute wieder ausfindig zu machen, von denen man eigentlich nie wieder etwas hören wollte.
    Meine ehemaligen Klassenkameraden habe ich übrigens komplett verdrängt. Ich erinnere mich kaum an Namen oder Gesichter – und das ist gut so. Und plötzlich lief mir hier in meiner Universität einer über den Weg. Ich hoffte innerlich, dass er mich nicht erkannt hat und suchte natürlich sofort das Internet nach ihm ab, nur um meine Befürchtungen bestätigt zu sehen: Jaja, er studiert auch hier. Außerdem: was er studiert, Nachrichten von Freunden…. alles Dinge, die ich gar nicht wissen wollte…😦

    Leg dich am besten wieder ins Bett und halte das alles für einen einfachen Fiebertraum. Ich wünsche dir gute Besserung!

    • =D Ich merk‘ schon, in solchen Dingen verstehen wir uns. Diese Unibegegnungen der anderen Art hatte ich nämlich auch schon drei Mal und jedes Mal wieder bin ich in Schockstarre verfallen bis ich mich einfach aufgerafft habe vernünftig „Hallo“ zu sagen, wenn man sich begegnet und das war’s. Schön ist trotzdem was anderes, aber wer weiß wozu es gut ist! =D

  2. Ich habe auch manchmal so Anwandlungen und google alte Bekannte, nur um mich hinterher zu ärgern – vor allem über mich selbst und meine dumme Neugierde.
    Lass dich davon aber nicht herunterziehen, am Ende hast du doch genau so viele tolle Dinge geschafft wie alle anderen! Das musst du dir vielleicht nur etwas bewusster machen!!!

    • Ja, das sollte ich und mir ein paar Male öfter klar machen, dass die Schulzeit für viele kompliziert ist/war, der Spuk aber auch mal enden muss.😉

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