Bio kaufen ist nicht öko

Nennen die Nachbarn einen „so’n bisschen öko“, dann scheint man nicht nur ökologisch vorbildlich zu leben, sondern sich auch durch öffentliches Knäckebrotgeknabbern, Leinenhosen oder plakative Bemerkungen geoutet zu haben. Bio kaufen allein ist nicht öko, sondern Pflicht.

Bioartikel zu kaufen finden viele Leute überflüssig. Sie vermuten Betrug hinter den Biosiegeln und die große Abzocke beim Geschäft mit dem reinen Gewissen. So ganz Unrecht haben sie da nicht, denn tatsächlich garantieren die drei großen Buchstaben auf einem Produkt noch keine grüne Wiese für Rinder.

Die Märkische Kiste

Die europäischen Biorichtlinien sind ein Anfang, aber reichen hinten und vorne nicht aus.  Doch es gibt Verbände, die ihre eigenen Qualitätsvorgaben haben und die können was.  Bioland und Demeter gehören dazu. Im Raum Berlin kann ich die Märkische Kiste wärmstens empfehlen, die Bioprodukte verlässlich und sympathisch zum festgelegten Tag nach Hause bringt. Ich bin Kundin und nicht öko.

Das „Besser-als-nichts“-Modell

Ich möchte regionale Produzenten unterstützen und meinen Teil dazu beitragen, dass wieder Qualität nicht Quantität, das heißt Überfluss, zählt. Dafür muss ich aber nicht von einer Mohrrübe am Tag leben, sondern kaufe nach dem „Besser als nichts“-Modell ein. Obst, Gemüse und Fleisch bestelle ich gern bei der Biokiste, weil es mir hier besonders wichtig ist ökologisch einwandfrei zu konsumieren, alles andere wird im Supermarkt gekauft, natürlich mit kritischem Blick auf die Inhaltsstoffe. So verkraftet mein Portemonnaie das Ganze.

Bio sollte kein Trend sein oder einer von vielen Wegen sich wichtig zu machen. Viel mehr geht es darum zu handeln. Diese Welt ändert sich nicht von allein. Das Leid vieler Menschen, die Schäden an unserer gemeinsamen wundervollen Natur und letztlich an uns selbst, wenn wir minderwertig essen und trinken, muss Anlass genug sein mal einen Finger krumm zu machen.

Viel mehr ist nämlich nicht nötig. Zu hohe Erwartungen an das eigene Verhalten führen oft zu Lethargie. Man muss seinen persönlichen Weg finden, je nach Fähigkeiten und Möglichkeiten, gegen gewisse negative Entwicklungen anzugehen. Und wenn es das Bund Biomöhren ist, so ganz ohne öko, sondern voll normal.

7 thoughts on “Bio kaufen ist nicht öko

  1. 😉 also ich bilde mir ja ein, mich allgemein umweltbewußt zu verhalten, aber ich brauch auch kein öko. wo es geht, kauf ich gern bio-produkte. aber ehrlich gesagt hauptsächlich wegen natur und umwelt. also nicht so sehr meinetwegen. allerdings muß ich sagen, bio-bananen, die kann ich nicht leiden, die mag ich nicht. erstaunlich. find ich gut, daß du auf dies thema aufmerksam machst.

    viele liebe grüße von kirstin

    • Liebe Kirstin, mir geht es auch vorwiegend um Umwelt und Natur, weil ich einfach glaube, dass der Mensch sehr anpassungsfähig ist und unter noch viel schlimmeren Umständen als belastetetes Essen überleben kann. Trotzdem ist es eine Wertschätzung seiner Selbst, wenn man sich mit guten Lebensmitteln versorgt und das wirkt sich auf das Gemüt aus. Außerdem steckt auch ein gewisses Bewusstsein dahinter, wenn man nicht nur schnell billig einkauft, um nicht zu verhungern, sondern mit mehr Zeit und Freude, um einfach gut mit und von der Natur zu leben.

  2. Ich versuche in Wien auch Bio zu kaufen und versuche ansich weniger Fleisch zu konsumieren. Ich mache das aber nicht um mich besser zu fühlen, sondern um unserer Welt ein bißchen zu helfen.

    • Liebe Mascha, das ist eine gute Motivation und trotzdem geht es ja auch um einen selbst. (siehe Antwort an Kirstin) Weniger Fleisch zu essen versuche ich auch, bzw gelingt mir, weil es einfach sehr, sehr teuer ist, will man es aus angemessener Haltung beziehen.

  3. Huch, das sieht ja ganz anders aus hier… Gefällt mir das neue Outfit!😀
    Bio-Gemüse ist toll. Ich hatte längere Zeit vom Biobauern in der Nähe eine Gemüse-Abo-Kiste. Am Anfang war das toll! Man wusste nie was darin war, eben irgendwelches Gemüse der Saison. Das fand ich toll, weil man dann auch mal andere Gerichte kocht und andere Sachen ist. Leider wurde die Menge in der Kiste im Laufe der Zeit immer weniger und am Ende konnte man kaum noch etwas damit vernünftig kochen. Der Bauer hatte zu sehr die Dollarzeichen in den Augen und die Liebe zu seiner Arbeit verloren.

    LG Susanne

    • Danke! =)

      Ja, diese Vielfalt finde ich an der Biokiste auch so toll. Während ich den Onlinekatalog durchblättere inspiriere ich mich und dann kommen schon mal ungewöhnliche Dinge auf den Teller. Das ist ein großer Vorteil. Zudem kauft man vorwiegend saisonal, weil das eben verstärkt angeboten wird.
      Wenn es sich für den Verbraucher nicht mehr rentiert, läuft was falsch. Man sollte dann nicht die Falschen unterstützen.

      Schön, dass du hier warst und viele Grüße an deine Schützlinge! Cali

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