Werft die Lebens-to-do-Listen über Bord!

Love 059Vor dem Schlafen gehen, beim Zähneputzen, im Auto- ständig gehen Menschen gedanklich ihre To-Do-Listen durch. Die kleinen und die großen. Einige reichen von Montag bis Sonntag, andere von Januar bis Dezember und wieder andere von jetzt bis Lebensende. Doch was macht manche Erfahrungen erstrebenswerter als andere und wieso würde man vergessen sie zu machen, wenn man es nicht aufgeschrieben hätte?

„Der Mensch ist die Summe seiner Erfahrungen.“ Ob diese Volksweisheit allein die Wesensunterschiede der Menschen erklärt, bezweifle ich. Schon oft hat man von vererbten Leidenschaften und Charakterzügen gehört. Trotzdem ist die Erfahrung eines Menschen der strapazierfähigste Stoff, um das Gewand seines Lebens nähen zu können. Doch jeder näht anders, manche mit der Hand, andere mit der Maschine, manche mögen Ziernähte, andere doppelte.

Das bedeutet ein und die selbe äußere Erfahrung (zum Beispiel ein Fallschirmsprung etc.) kann ganz unterschiedlich wirken. Empfindungsweise, der bereits vorhandene Erfahrungsfundus und die anschließende Art der Verarbeitung entscheiden über die Rolle des Erlebten im weiteren Verlauf des Lebens. Für den einen gab es Anlass zur entscheidenen Lebenswende, für den anderen besitzt es kaum Relevanz. Wissen kann man das wohl erst, wenn alles geschehen ist.

Wie schaffen es aber dann einige Erfahrungswünsche auf unsere To-Do-Liste und andere nicht? Verlockt uns das Ergebnis eines anderen? Oder suchen wie nach einem nachvollziehbaren, formulierbaren Parameter für ein erfülltes Leben? Aber bedeutet eine abgearbeitete Liste wirklich mehr Zufriedenheit oder raubt sie dem eigenen Leben seine Dynamik? Will das Leben von uns erschaffen werden oder erschafft es viel eher uns?

Manche Dinge passieren einfach. Sie geschehen aus heiterem Himmel und erst später wird einem klar, dass sie eine ganz wertvolle Erfahrung enthielten. Andere muss man planen, um sie zu machen- ganz klar. Aber weiter als die nötige Vorbereitungszeit? Kann ein Wunsch nicht eigentlich erst dann ernst und von Herzen sein, wenn die Zeit reif ist gleich noch im nächsten Augenblick mit der Umsetzung zu beginnen?

Listen schieben auf. Sie halten fest, was wir ansonsten vergessen würden. Sie eignen sich für den Einkauf und anstehende Verpflichtungen, aber nicht für das Leben. Sie hindern uns am Handeln im Jetzt und sie wissen was wir wollen, bevor wir es wirklich wollen.

Lassen wir das Must-Do los und öffnen wir uns. Erfüllung hängt nicht von großen Taten ab, nicht von tollen Geschichten. Sie liegt im jetzigen Tun jener Dinge, die wir lieben. Um ihretwillen.

In aller Liebe,

Eure Cali

5 thoughts on “Werft die Lebens-to-do-Listen über Bord!

  1. Liebe Cali, ich arbeite sehr mit Listen, weil mein Kopf nicht alles von allein behält. Aber da geht es mehr um die täglichen Dinge und nicht um Erfahrungswünsche oder sowas… Und so eine Liste gibt mir ein tolles Gefühl, wenn ich viel abhaken kann und erledigt habe und ein ziemlich mieses Gefühl, wenn dem nicht so ist;-)… Ich habe meine To-Do-Liste aber auf jeden Fall in eine Want-to-do-Liste umbenannt, dann macht sie mehr Spass:-). Lebenswünsche habe ich im Herzen oder im Kopf oder beides:-). Liebe Grüsse Andrea

    • Liebe Andrea, die Alltags-to-do-listen mache ich auch manchmal. Schließlich erinnert uns unser Herz nicht an unliebsame Pflichten. Die vergisst man schnell. Es ist sogar so, dass sie mehr belasten, wenn man sie innerlich mit sich rumträgt, als wenn man sie auf einem Blatt sichert.

      „Outgesourced“ fühlen sie sich gleich besser an. In uns haben sie ja auch nichts zu suchen. Also Pro-Alltagsliste, contra Lebensliste.😉

  2. Hallo Cali,

    irgendwann habe ich mich getraut, Dinge nicht mehr auf eine Liste zu schreiben. Es war ein Experiment. Ich wußte z. B., dass ich innerhalb der nächsten zwei Wochen ein Geburtstagsgeschenk kaufen musste, habe es aber nicht aufgeschrieben. Der Impuls kam rechtzeitig von ganz allein. Ich habe dann weiter gemacht mit dem Experiment und auch nicht mehr alle beruflichen Dinge aufgeschrieben. Das war heikel, aber ich wollte es wissen. Und siehe da, die Dinge fielen mir tatsächlich im richtigen Moment wieder ein. Es hat funktioniert.

    Wir können viele Dinge loslassen und wenn sie „dran“ sind, fallen sie uns wieder ein. Vielleicht zwei Tage später als wir es ursprünglich wollten, aber dennoch rechtzeitig… Es hat mit Vertrauen zu tun, mit Loslassen… wie alles😉

    Aber dennoch – manchmal muß die gute alte To-do-Liste einfach her. Als kleine Stütze.

    Schönes Wochenende für Dich
    Liebe Grüße
    Tine

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