Tatort-Til, die Kommunismuskeule und ein guter Tag für den Tierschutz

Sexy Norddeutsch

Eigentlich gehöre ich nicht zu den Sonntagabendtatortguckern, aber die Hoffnung den Schweiger auf das vorlaute Mundwerk fallen zu sehen hat mich dann doch neugierig gemacht. Amerikanisch war es, ziemlich brutal für ’nen Wochenendausklangformat, aber nicht wirklich schlecht. So’n bisschen spielt der Schweiger ja immer sich selbst, was ihn nicht gerade zu einem fähigen Schauspieler macht. Aber vor der Kamera eine bessere (coolere, interessantere….) Version seiner selbst glaubwürdig verkörpern zu können ist besser als nichts. Ein Stück weit ist es sogar typisch für männliche Hollywoodschauspieler und jene, die es gern wären. Und dafür, dass die Nummer des knallharten Herzensbrechers mit Softieseite nun mal die meisten Zuschauer bezirzt, muss sich ja niemand schämen. Aber der norddeutsche Dialekt Fahri Yardims war weitaus origineller und kein bisschen weniger sexy.

Nachdem Tatort-Til abgenickt wurde, musste es unbedingt noch ein echter Krimi sein. „Sollten Managergehälter in Deutschland gesetzlich gedeckelt werden?“ fragte Günther Jauch Herrn Maschmeyer, Herr(e)n(witz) Brüderle, Marcel Reif, Sarah Wagenknecht und Thomas Minder.

Auserkoren zum Leistungsträger

Ich weiß in jedem Menschen steckt das Gute, auch in Carsten Maschmeyer. Aber davon muss ich mich mit viel Meditation und noch mehr Ingwertee wirklich selbst überzeugen. Schwer fällt’s. Der deutsche 650-Millionen schwere Finanzunternehmer, bekanntermaßen liiert mit Veronica Ferres, sollte laut seiner Vita etwas von Überlebenskampf und finanziellen Sorgen verstehen. Entweder hat er es verdrängt oder er glaubt ernsthaft mehr als nur ein Mensch zu sein, der durch unbestritten viel Arbeit, sicher aber auch viel Glück und, hm hm, zwielichtige Methoden zu gro-ho-ßem Wohlstand gekommen ist. Er fühlt viel eher tief in sich die messianische Auserkorenheit seinerseits zum „LEISTUNGSTRÄGER“ dieser Gesellschaft. Meint: Er habe schlicht bekommen, was er verdient hat.

Bitte, Herr Maschmeyer, definieren sie einmal IN EINEM SATZ woran sie Leistung messen und seien sie gespannt auf unsere Reaktion.

Dem Brüderle fällt auch nichts mehr ein

Sarah Wagenknecht hat mir im Übrigen sehr gut gefallen. Sie hat ruhig, sinnvoll und respektvoll argumentiert. Man kann verstehen, dass Herr Brüdele sich angesichts dessen immer wieder zur Kommunismuskeule genötigt gefühlt hat. Da ist wirklich Hopfen und Malz verloren. Diese Selbstherrlichkeit gekoppelt mit geistiger Verwirrung ist immun gegen alles, was Substanz hat. Was wäre eigentlich, wenn ich mich da mal als Parteilose einzig mit der Lobby des menschlichen Verstands und Herzens hinsetzen würde? Dann müsste wahrscheinlich mal fernab vom Politikspielplatz handfest diskutiert werden. Wär‘ ja jammerschade um die Arbeit der vorgeschriebenen Platitüden.

Eine gute Nachricht

Zu guterletzt eine gute Nachricht: Seit heute sind Kosmetika aus der ganzen Welt, die an Tieren getestet wurden, in der EU verboten. Das finde ich toll, toll, toll und könnte mir einbilden Rüdiger hat mir mit dem rechten Auge verschwörerisch zugezwinkert als es heute morgen in den Nachrichten lief.

Habt eine schöne Woche!

Eure Cali

5 thoughts on “Tatort-Til, die Kommunismuskeule und ein guter Tag für den Tierschutz

  1. die sendungen hab ich nicht gesehen, hast aber irgendwie gut beschrieben.

    und rüdiger hat ganz bestimmt genickt … klase das mit der kosmetik.🙂

    schöne woche wünscht kirstin

  2. Beinah hätt ich mich gefreut, aber wieviel wird den Stempel „tierversuchsfrei nach EU-Richtlinie“ tragen dürfen und damit den gutgläubigen Verbraucher in Sicherheit wiegen: „Der Bundesverband der Tierversuchsgegner schätzt, dass ein Großteil der Inhaltsstoffe von Kosmetika gar nicht unter die EU-Kosmetika-Richtlinie fällt. Für sie ist vielmehr das ganz normale Chemikalienrecht (REACH) relevant. Das bedeutet, dass diese Stoffe nicht prinzipiell tierversuchsfrei sein müssen. Ganz im Gegenteil, das Chemikalienrecht sieht in manchen Fällen noch immer explizit Tierversuche vor. Von “Toxikologischer Prüfung zur Sicherstellung der menschlichen Gesundheit” ist dann die Rede.“ http://blog.zeit.de/gruenegeschaefte/2013/03/11/tierversuchsfreie-kosmetik-ist-nur-der-erste-schritt/

    • Jaja, so etwas habe ich mir doch schon gedacht. Trotzdem ist das Verbot ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wenn Forscher jetzt nach Alternativen schauen, kann es doch nur besser werden. Und der Bürger darf sich einfach nicht in Sicherheit wiegen, sondern muss weiter Fragen stellen.

    • Dass es einen Haken gibt, dachte ich mir auch schon. Aber das ist ja mit allem so. Die Biorichtlinien sind ja auch mehr als mau. Aber ich sehe das wie Kiyachan, es ist ein Signal. Und zwischen den ganzen anderen Schreckensnachrichten immerhin ein Schweif am Horizont. Viele Grüße und danke für den Link!

      Genau, und wir werden doch weiter Fragen stellen, oder?😉

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