Radikal statt sporadisch

So’nen kleine Hang zur Radikalität hatte ich ja schon immer. Das geht wahrscheinlich gar nicht anders, wenn man zugleich sehr idealisitsch ist. Kompromisse führen eben nicht immer zum besten Ergebnis.

Aber in den letzten Jahren habe ich mich sehr an meinen Lehnstuhl gewöhnt. Es hat eine Weile gedauert, aber ich habe verstanden was es heißt „einfach“ durch’s Leben zu kommen. Früher war mir das absolut fremd und unverständlich. Mittlerweile kann ich die Verführung den Weg des geringeren Widerstandes zu gehen besser nachvollziehen.

Ich merke aber zunehmend, dass mir diese Art zu leben zwar viele lästige Begleiter wie übertriebenen Ehrgeiz und den ständigen Zwang andere von meinen Werten und Vorstellungen überzeugen zu wollen vom Halse geschafft hat, sich dafür aber an anderer Stelle „Disziplins“-Probleme eingestellt haben.

Sobald es schwierig wird, lass‘ ich es. Das hat sich eine Weile lang gut angefühlt, so ungezwungen. Aber auch das ist eben nicht das Allheilmittel und schon gar nicht, wenn es um Dinge geht, die man für sich durchziehen muss. Darin bin ich nämlich genauso nachlässig geworden.

Ich merke, dass ich nicht im Gleichgewicht bin. Meine Haut ist wieder schlechter geworden und ich bin nicht erfüllt, eher unruhig und unausgelastet. Diese Zeiten sind immer sehr kraftraubend, aber der richtige Zeitpunkt, in dem man die sich anbahnende Veränderung aktiv unterstützen sollte.

Und das werde ich tun. Schließlich will ich mir helfen. Ich habe beschlossen meine Ernährung radikal umzustellen, meine Haare nicht mehr zu färben, nur noch das notwendigste zu kaufen und im Mai vier Wochen in die Sonne zu fahren.

Langsam komme ich dahinter, dass all diese Dinge mich zwar kurzzeitig (sehr, sehr, sehr) befriedigen, im Nachgang aber allesamt bitter schmecken. Nach wie vor streikt mein Magen nach der zweiten Tasse Kaffee, die ich ihm mit Gewalt trotzdem aufzwinge und mein Hautbild merkt sich jede „RitterSportAlpenmilchsünde“. Meine Haare sind trocken und kaputt. Dieser ständige Konsum macht mich nach wie vor krank. Nicht mal so sehr bei mir, sondern überall dort wo Einkaufszentren gebaut werden und Werbung das Stadtbild dominiert. Und das ist in Berlin nahezu überall.

Ich bin ein richtiger Hippie geworden.😀 Das hätte ich früher nie für möglich gehalten. Aber ich folge meinem Herzen und es wünscht sich diese Konsequenzen. Und dabei ist mir ganz egal, wie das nach außen aussieht (Ich freue mich schon auf die Vegetarier-Diskussionen). Viel interessanter ist, wie es nach innen aussieht.😉

Bis bald, ihr Hübschen.

Eure Cali

5 thoughts on “Radikal statt sporadisch

  1. liebe cali,

    das ist ja super spannend, was du da schreibst. echt … willkommen im club, kann ich nur sagen.😉 ich wünsche dir sehr, dass du den für dich richtigen weg findest. allerdings bin ich mir da ganz sicher, dass es so geschehen wird.

    liebe grüsse von kirstin

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s