Von wegen Freiheit

Na ihr Lieben, habt ihr vergangene Nacht gut geschlafen?🙂

Gestern habe ich meine baldige Freiheit noch angepriesen, heute musste ich zum Arbeitsamt. Pardonne moi. Zur Agentur für Arbeit. Genauer, zur Akademikervermittlung. Da muss man unweigerlich hin, wenn man nach dem Studium nicht nahtlos eine Beschäftigung aufnimmt. Ich habe es herausgezögert dorthin zu gehen, weil ich es unbedingt vermeiden wollte und insgeheim gehofft habe, irgendwas wird mich bewahren. Vergeblich gehofft. Jetzt muss ich mich dafür auch noch schriftlich rechtfertigen, die Frist verpasst zu haben.

Ich verstehe nicht, weshalb manche Leute lieber ständigen Kontakt zum Amt haben, als arbeiten zu gehen. Bei mir wird es sich ja hoffentlich nur um ein paar Wochen handeln und eigentlich war mir das heute schon zu viel. Aber monate-, jahrelang?

Ich würde mich als durchschnittlich intelligent bezeichnen und finde trotzdem, dass man sich in dem Unterlagen-, Terminvereinbarungs-, Jobcenter-ist-nicht-die-Agentur für Arbeit-Wirrwarr nur schwerlich zurechtfindet. Vielleicht sollte ich eine Initiativbewerbung als Systemoptimiererin an die Bundesagentur schicken. „Kunden“-freundlich geht anders.

Ab jetzt habe ich über meine Bewerbungsaktivitäten Rechenschaft abzulegen und aus Versicherungsgründen muss ich ein Nachrichtchen schreiben, wenn ich nicht Zuhause übernachte. Kein Scherz. Ich habe die ganze Zeit geflucht während ich mir fleißig Notizen gemacht habe, um nichts von dem zu vergessen, was mir die Sachbearbeiterin erzählt hat. Am Ende blieb mir nur ein „Hoffentlich nicht auf Wiedersehen“ bei der Verabschiedung und so ein Gefühl von zugeschnürter Kehle.

Naja, muss man auch mal mitgemacht haben. Oder. Eigentlich nicht. Aber es war ’ne Erfahrung. Immerhin kann ich jetzt mitreden und werde dafür auch noch bezahlt. Mit 60 % von 500 Euro. Jeden Monat!

Aus Frustration habe ich erstmal einen Apfelkuchen gebacken und mir zwei riesige Stücken mit Sahne zum Kaffee gegönnt. Rüdiger hat mich beim Backen keine Sekunde aus den Augen gelassen. Seinen riesigen, aufmerksamen Augen nach, glaubt er, ich würde da oben auf der Arbeitsplatte statt Mehl, Zucker und Eier, ein saftiges Hühnchen ganz für ihn allein verarbeiten. Und der Katzengott würde dann schon noch dafür sorgen, dass es runterfällt, direkt in Rüdis Maul.

Wink Wink,

Eure Cali

6 thoughts on “Von wegen Freiheit

  1. Nimms nicht so schwer. Hoffnung ist in Sicht. Bald gibts beim Amt einen kleinen Chip ins Genick, dann erübrigt sich der Schreibkram. *Sarkasmus aus*
    Lasst euch den Apfelkuchen schmecken. Sicher hat Rüdiger seinen Klecks Sahne abbekommen😀 .
    Für mich gibt es seit zehn Wochen keinen Zucker, kein Rapsöl, Weißmehl, Mayo, fastfood mehr. Schon sechs Wochen ohne Zucker machen unglaublich fit. Sie haben sich gelohnt, auch wenn der Kristallzuckerentzug ganz schön schmerzhaft war. Aber danach klingt das Bedürfnis ab und Nutella, Cappu, Donuts & Co werden bedeutungslos. Die Überlebensmittelgifte lassen einen vergessen (oder nie wirklich erfahren), wie sich kräftig und leistungsfähig sein anfühlt.

    • Nein, Rüdiger ist auf Diät! Zumindest hat der Tierarzt das empfohlen. Bei uns ist er aber nicht so dick geworden, der war schon so!😀 Aber zugegeben fallen manchmal Leckereien vom Tisch.

      Hör‘ bloß auf! Fix mich nicht mit noch einer Ernährungsweisheit an! Bald verhungere ich einfach, um der Welt nicht mehr zur Last zu fallen.😀 Weniger Zucker-okay. Aber gar keinen mehr? Trotzdem feuer ich dich an!

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