Melancholisch irgendwie

Brrr. Also heute würde ich mich am liebsten einfach auf den Asphalt legen und dort mit den Steinen verwachsen. Unsichtbar werden, geborgen sein im großen Ganzen und sich allen Erwartungen entziehen. Vor allem den eigenen.

Bevor in 17 h alles vorbei ist, habe ich heute noch meine letzte Note erhalten. Die schlechteste im Studium. Das tut weh. Und es ärgert mich, weil dem ein ewiges Hin und Her mit der Dozentin vorangegangen ist. Und das für ein (überhaupt nicht) befriedigendes Ergebnis. Natürlich fühle ich mich ungerecht behandelt und unterstelle ihr Befangenheit. Aber ich bin machtlos. Und das macht mich rasend, obwohl ich es besser wissen müsste.

Ich kann leider nicht gut unterscheiden zwischen Situationen, in denen ich kämpfen sollte und jenen, die man einfach vorbeigehen lassen muss. Für mich gibt es kaum ein schlimmeres Gefühl, als wenn ich mich im Systemgetriebe zermahlen fühle. So ohnmächtig und abhängig, so unerkannt und unwichtig. Am liebsten hätte ich der Dame sofort eine unendlich lange Mail geschrieben, mich darin gerechtfertigt und eigentlich versucht, sie zu bezwingen. Aber wohin hat mich das immer geführt? In Sackgassen, die sich auch nicht besser anfühlten als die Wut vorher.

Aber muss man alles über sich ergehen lassen, weil das Leben eben so ist? Weil die Dinge kommen, wie sie kommen sollen? Ach, ich weiß es nicht.

Auf jeden Fall bin ich traurig, weil ich immer auf den Tag warte, an dem irgendein fremder Mensch sehr mag, was ich tue und immer kommt es anders. Würde ich mir jetzt selbst einen Rat geben, dann wäre es der, aufzuhören zu warten und anzufangen selbst zu mögen, was ich tue. Aber noch kann ich das nicht.

Aber ich wachse ja, genau wie die Muskeln in meinen Waden und Oberschenkeln. Ich kann mich kaum noch bewegen, Schuhe anziehen ist besonders schmerzaft. Das wird morgen in der Verteidigung bestimmt komisch aussehen, wenn ich mich beim Hinsetzen abstützen muss. Aber was macht das jetzt noch für einen Unterschied? Manchmal steht man eben wacklig auf den eigenen Beinen, so wie ich heute.

4 thoughts on “Melancholisch irgendwie

    • Kirstin, so schnell kann doch keiner lesen!😀

      Danke…:-* Aber ihr lest ja meine Hausarbeiten nicht und kennt mich nicht. Vielleicht fändest du mich im realen Leben total doof. *gg*

    • weisst du meine liebe cali, das kann wohl nicht passieren, da ich die menschen nie nach irgendwelchen äusserlichkeiten beurteile, was immer das auch sein mag. für mich zählt einzig und allein die energie, die innere ausstrahlung. das, was ganz tief in dir drin ist, die essenz, die du nie verändern kannst (lach zum glück). das, was mit jedem wort von dir rüberkommt, was dahinter ist, das find ich klasse. und für mich gibt es auch keine trennung … für mich ist alles realität … du bist real, ich bin real … :*

  1. „… irgendein fremder Mensch sehr mag, was ich tue und immer kommt es anders.“ Du gestaltest dieses Blog. Du kannst über viele wichtige Dinge prima schreiben, über die andere nur schweigen können. Du bist der einzig mögliche Innen-Ausstatter deiner selbst UND du kannst es auch teilen. Also Talent, Kreativität und Umsetzungsfähigkeit. Dafür gibt es doch glatt ein dickes Lob und gute Musik: http://www.youtube.com/watch?v=ic-YfB9zw8g

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