Abschied

So ihr Lieben, es ist soweit. Hiermit schließe ich Calichino. Wahrscheinlich werde ich den Blog aus Faulheit einfach so lassen wie er jetzt ist und die Texte in die Tiefen des WorldWideWeb entlassen, wo sie der eine oder andere Suchende auch weiterhin finden kann. Ich erhebe keinen Anspruch auf sie und man kann mit ihnen machen, was man will.

Vor ein paar Wochen brachte ich es noch nicht über’s Herz, den Blog aufzugeben. Auch wenn ich da schon wusste, dass die Luft endgültig raus ist. Sie ist schon länger raus, als sie je drin war. Aber irgendwie hätte es mir weh getan. Jetzt fühle ich mich aber bereit alle Einträge, die guten und schlechten, Einträge sein zu lassen, die nie mehr waren als eine von unendlich vielen Weisen, mich in dieser Welt zurecht zu finden. Nun aber brauche ich das nicht mehr und finde eine neue Art.

Es war schön und es war, wie immer, für etwas gut. Es war einer dieser zahllosen Exkurse, deren Erfolg nicht daran gemessen werden sollte, sie bis zur Entfremdung zu verfolgen, sondern daran, sie überhaupt einmal begonnen zu haben.

Ich wünsche euch nichts, denn das erscheint mir unnötig. Alles wird ja doch so kommen wie es eben kommt. Und am Ende werden sich Gut und Schlecht als ein und dasselbe herausstellen, weil ein Theater, wie das Leben, eben Darsteller braucht, die den Spannungsbogen halten.

Eure Cali

 

 

 

 

 

Plauderstunde

Zur Zeit sind meine Gedanken und Gefühle ganz und gar rastlos, schön rastlos. Über den Tag verteilt denke ich über sehr viele verschiedene Dinge nach, auch Themen, über die man hier schreiben könnte. Aber nichts steht zur Zeit so richtig im Mittelpunkt und deshalb plaudere ich heute einfach mal so vor mich hin.

Wahrscheinlich sollte mich meine gegenwärtige Situation beängstigen. Komischerweise tut sie das aber nicht. Ich bin ganz ruhig und sehe der Ungewissheit gelassen und freudig entgegen. Natürlich will ich arbeiten, schon allein um wieder finanziell unabhängig zu sein. Das ist mir selbstverständlich ein Bedürfnis. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich es genieße…pssst…frei zu sein.

Ich muss mich nicht vor Montagen graulen, Prüfungen fürchten und Dinge tun, die ich nicht tun will. Das ist ein wunderbares Gefühl, das mir immer fehlen würde, wenn ich weiterhin tun müsste, womit ich nicht einhundert prozentig einverstanden wäre. Ich habe gern studiert, gedacht und gelernt. Aber das ganze Drumherum hat mich schon belastet.

Momentan bin ich fantasievoll und wieder kreativ. Weil ich mir die Zeit dafür nehmen kann, wann immer ich das will. Das ist ein Luxus und doch eigentlich Voraussetzung für ein erfülltes Leben. Ich spiele mit den Jobangeboten, denke mir Geschäftsideen aus und suche meinen Herzensweg. Morgens lege ich mich zu Rüdiger auf den Teppich und lass‘ mir ins Ohr schnurren. Das macht mich glücklich. Und ich laufe wie eine Weltmeisterin, weil ich es nicht zwischen Tür und Angel tun muss, sondern wenn ich mich dafür fit fühle.

Ich nehme den Jahreszeitenwechsel so bewusst wahr. Mir fällt auf, dass vor drei Tagen noch keine Kastanien auf den Gehwegen lagen. Aber wem noch? Ich lerne gerade wieder so viel über mich und das Leben und das, was ich wirklich will. Auch wenn es immernoch nur ein Schein ist, der mir von ganz weit her entgegen strahlt.

Ständig werde ich gefragt, was man mit „so einem“ Studium denn überhaupt machen kann. Viele Leute sind immer noch geprägt von der Vorstellung einer „Lehrer-Arzt-Anwalt“-Gesellschaft. Aber es gibt so viele tolle Berufe und es ist gar nicht mal mehr so utopisch, sich seinen eigenen Beruf zu erschaffen. Und zugegeben…damit liebäugel‘ ich ein bisschen und wünschte, daraus würde mehr als ein Wunschtraum.

Und mir ist ein weiteres Mal klar geworden, dass alles, was man so zu erledigen hat, seine Zeit und Hingabe erhalten sollte. Ich putze das Bad leidenschaftlich, schreibe jede Bewerbung individuell und freue mich abends über den Geruch frisch gewaschener Bettwäsche. Es ist ein Jammer, dass so viele Tätigkeiten für die meisten Menschen nur noch Ballast sind. Weil sie „dafür“ doch eigentlich gar keine Zeit haben.

Aber wenn das einfache Leben, die Dinge, die einfach dazugehören, keinen Platz mehr haben, verachtet und auf ein Minimum reduziert werden, dann fehlt auch der Respekt für das elementare Menschseins. Verbundenheit mit den Dingen, die uns überhaupt erst zu Menschen machen, die wir als aller erstes kultiviert haben – (Ernährung, Haus und Familie, das Erleben der Natur)- sollten keine Belastung sein, sondern Priorität haben.

In diesem Sinne wünsche euch an diesem Wochenende Zeit für alles, was euch wichtig ist,

Eure Cali