Plauderstunde

Zur Zeit sind meine Gedanken und Gefühle ganz und gar rastlos, schön rastlos. Über den Tag verteilt denke ich über sehr viele verschiedene Dinge nach, auch Themen, über die man hier schreiben könnte. Aber nichts steht zur Zeit so richtig im Mittelpunkt und deshalb plaudere ich heute einfach mal so vor mich hin.

Wahrscheinlich sollte mich meine gegenwärtige Situation beängstigen. Komischerweise tut sie das aber nicht. Ich bin ganz ruhig und sehe der Ungewissheit gelassen und freudig entgegen. Natürlich will ich arbeiten, schon allein um wieder finanziell unabhängig zu sein. Das ist mir selbstverständlich ein Bedürfnis. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich es genieße…pssst…frei zu sein.

Ich muss mich nicht vor Montagen graulen, Prüfungen fürchten und Dinge tun, die ich nicht tun will. Das ist ein wunderbares Gefühl, das mir immer fehlen würde, wenn ich weiterhin tun müsste, womit ich nicht einhundert prozentig einverstanden wäre. Ich habe gern studiert, gedacht und gelernt. Aber das ganze Drumherum hat mich schon belastet.

Momentan bin ich fantasievoll und wieder kreativ. Weil ich mir die Zeit dafür nehmen kann, wann immer ich das will. Das ist ein Luxus und doch eigentlich Voraussetzung für ein erfülltes Leben. Ich spiele mit den Jobangeboten, denke mir Geschäftsideen aus und suche meinen Herzensweg. Morgens lege ich mich zu Rüdiger auf den Teppich und lass‘ mir ins Ohr schnurren. Das macht mich glücklich. Und ich laufe wie eine Weltmeisterin, weil ich es nicht zwischen Tür und Angel tun muss, sondern wenn ich mich dafür fit fühle.

Ich nehme den Jahreszeitenwechsel so bewusst wahr. Mir fällt auf, dass vor drei Tagen noch keine Kastanien auf den Gehwegen lagen. Aber wem noch? Ich lerne gerade wieder so viel über mich und das Leben und das, was ich wirklich will. Auch wenn es immernoch nur ein Schein ist, der mir von ganz weit her entgegen strahlt.

Ständig werde ich gefragt, was man mit „so einem“ Studium denn überhaupt machen kann. Viele Leute sind immer noch geprägt von der Vorstellung einer „Lehrer-Arzt-Anwalt“-Gesellschaft. Aber es gibt so viele tolle Berufe und es ist gar nicht mal mehr so utopisch, sich seinen eigenen Beruf zu erschaffen. Und zugegeben…damit liebäugel‘ ich ein bisschen und wünschte, daraus würde mehr als ein Wunschtraum.

Und mir ist ein weiteres Mal klar geworden, dass alles, was man so zu erledigen hat, seine Zeit und Hingabe erhalten sollte. Ich putze das Bad leidenschaftlich, schreibe jede Bewerbung individuell und freue mich abends über den Geruch frisch gewaschener Bettwäsche. Es ist ein Jammer, dass so viele Tätigkeiten für die meisten Menschen nur noch Ballast sind. Weil sie „dafür“ doch eigentlich gar keine Zeit haben.

Aber wenn das einfache Leben, die Dinge, die einfach dazugehören, keinen Platz mehr haben, verachtet und auf ein Minimum reduziert werden, dann fehlt auch der Respekt für das elementare Menschseins. Verbundenheit mit den Dingen, die uns überhaupt erst zu Menschen machen, die wir als aller erstes kultiviert haben – (Ernährung, Haus und Familie, das Erleben der Natur)- sollten keine Belastung sein, sondern Priorität haben.

In diesem Sinne wünsche euch an diesem Wochenende Zeit für alles, was euch wichtig ist,

Eure Cali

Sonntage sind Sammel-Tage

Love 048Na ihr Lieben, ist bei euch auch so ein typisches Sonntagswetter? Grau in Grau. Zwischendurch nieselt es.

Der heutige Sonntagsspaziergang ist etwas länger ausgefallen und jetzt bin ich müde. NATÜRLICH schreibe ich euch trotzdem. Ist ja keine Ausrede.

Das Wochenende war schön, so richtig schön. Meine kleine Abschlussfeier gestern war heimelig und so wie ich mir das vorgestellt habe. Ich mag es ja eher gemütlich, zumindest meistens. Bis auf den Plastikknauf eines Topfdeckels, den ich geistesabwesend im Ofen geschmolzen habe und das fürchterlich gestunken hat, hat alles geklappt. Stundenlang hätte ich wie die Hexe Babajaga ums Feuer tanzen können. Aber zu sehr will ich das Verständnis meiner Familie dann doch nicht strapazieren. 😀 Irgendwo hört die Liebe auf.

Heute sind wir nach langer Abwesenheit mal wieder am See vorbeigekommen. Ach, was liebe ich die Natur. Dieses graue Wasser und der graublaue Himmel, vollkommen wolkenverhangen. Alles war ganz harmonisch. Bis mein mitgebachter Brotkanten einen regelrechten Schnabelkrieg ausgelöst hat. Da wurde geschrien, abgetaucht und gejagt. Das wollte ich nun wirklich nicht. Und dann haben sich auch noch die Möwen eingemischt. So in etwa stelle ich mir die Folgen gedankenloser Subventionierung in Entwicklungsländern vor. (Versteht ihr meine Ironie eigentlich oder soll ich ’nen Smiley hinter machen, damit ihr nicht sonstwas denkt? :-D)

Sonntage sind eben Sammel-Tage. Man sammelt Kraft, Energie, sich und vllt Blätter für die Herbstdekoration.

Bis bald,

Eure Cali