Off – Topic

Manchmal habe ich einfach Lust über irgendeinen Quatsch zu schreiben, der nicht dem eigentlichen Sinn von „Calichino“ entspricht. Und da ich niemanden in seinem Reader belästigen will, werde ich diese Seite ab und an mal, je nach neuester Macke, umgestalten. So kann, aber muss niemand hier lesen.

Los geht’s!

Back to basics

Ich bin 24 Jahre alt und färbe meine Haare seit ich 14 bin. Das sind zehn Jahre starke Abhängigkeit. Und jetzt habe ich entschieden: Es reicht!

Es gibt keine Farbe, die ich nicht hatte

Alles hat angefangen mit: Rot! Ich stand so sehr auf diese Farbe. Damals waren meine Haare noch lang und wellig. Wenn es vorher nicht schon wild aussah, dann spätestens in kräftigem Feuerlöscherrot. Aber bis dahin war es ein langer Weg, denn wie erfahrene Färber/innen wissen, ist rot kompliziert. Damit es richtig knallt müssen die Haare vorher schon aufgehellt werden und dauherhafte Leuchtkraft erfordert unnachgiebiges Nachfärben. Und das wiederum ist aufwendig, teuer und macht die Haare kaputt. Betont sei: Aubergine, Dunkle Kastanie oder Schwarz sind auch nicht besser.

Mit dem Erwachsenwerden kamen gedecktere Farben

Ich hatte mir geschworen niemals spießig und niemals blond zu werden. Beides habe ich nicht geschafft. Die letzten drei Jahre war ich eine Blondine. Das Honigblond passte zu meinem Typ. Ich finde es auf Bildern auch immer noch schön, weil es meine Sommersprossen betonte und meinen braunen Augen ein Bernsteinfunkeln verlieh. Hach, bin ich heute poetisch. ;-)  Trotzdem muss es weg.

Es hilft nichts

Damit unechtes blondes Haar schön aussieht kann man nicht darauf verzichten den Ansatz regelmäßig! nachzufärben. Alles andere sieht einfach schnell ungepflegt aus. Ein paar Mal habe ich mich selbst rangetraut, meistens habe ich es aber beim Friseur machen lassen. Das Ergebnis ist einfach schöner. Man soll es ja nicht glauben, aber Ausbildungsberufe haben ihre Berechtigung. Obwohl ich mittlerweile kurze Haare habe war das nie wirklich billig, denn Professionalität möchte auch bezahlt werden. Ist ja auch gut so. Hinzukommt, dass diese übelstinkende Chemiepackung den Haaren und dem ganzen Körper absolut nicht guttut. Am Ende habe ich auf dem Friseurstuhl wirklich Qualen erlitten, weil es so gejuckt hat.

So ganz konnte ich mich am Anfang nicht an den Gedanken gewöhnen gar nicht mehr zu färben. Darum habe ich mich mit Naturfarbstoffen befasst. Leider gibt es kein stark aufhellendes Kraut.  Rhabarbarwurzel soll eine minimal aufhellende Wirkung besitzen. Bestellt und getestet und zwar HIER. Die Gelbstichgefahr war mir dann aber doch viel zu hoch, um sie auf dem ganzen Kopf anzuwenden. Ich habe gekniffen.

Was mir bleibt

Ich lasse die Farbe jetzt rauswachsen und habe beschlossen mich mit meiner Natur, mit der ich so gern in Einklang geraten würde, abzufinden. Damit der wachsende Ansatz mich mit seiner Unansehnlichkeit nicht doch irgendwann zwingt rückfällig zu werden, habe ich mir die Haare ein letztes Mal Kupfer tönen lassen. So ist der Kontrast nicht so stark. Und jetzt heißt es durchhalten!

Und damit ich es schaffe, dokumentiere ich den Wachstumsprozess hier. So richtig schön bloggertypisch eben. Aber ich muss mich motivieren, sonst renne ich in einem schwachen Moment doch wieder in die Drogerie oder zum Friseur. Und hier kommt das erste Bild meines bescheidenen Anfangs.

Um den Anfang kommt man herum

März 2013

 

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September 2013

8 thoughts on “Off – Topic

  1. Das hört sich gut an! Persönlich mag ich auch das Bodenständige, Naturnahe. Leider komme ich selten zu Nagellack & Co., weil mich die Hunde ganz schön auspowern und danach von Freizeit nicht mehr viel übrig ist. Vor drei Monaten sah ich mich von jetzt auf gleich gezwungen, Pfotenschuhe für unseren kleinen Hund zu entwerfen, den eine böse Krallenentzündung quälte, der deshalb ganz spezielle Verbände brauchte und trotzdem noch draußen rumtoben wollte. Die Modelle aus dem Handel taugten nicht und so habe ich viele Nächte durchgebastelt, bis die Schuhe durch jeden Matsch auch hielten. Und wie es so ist: als die Schuhe vor kurzem ganz perfekt waren, brauchten wir sie nicht mehr. Naja, so haben wir Reserve für Stadtspaziergänge mit Streusalz auf den Gehwegen. Aber eins ist mir mal wieder deutlich geworden, liebe Cali: Hirn und Hand formen sich gegenseitig durch die steten Rückmeldungen und durch Anforderung, die jeweils an der gerade noch erreichbaren Obergrenze liegen. Das Wachsen hört nicht auf. Geschicklichkeit will sowie mit den Gedanken als auch in der Tat trainiert sein. Und oft habe ich gedacht, ich kann das nicht und es ist zu schwierig, aber gleichzeitig führte die Idee in meinem Kopf meine Fingerspitzen doch immer weiter. Heute stehen hier tatsächlich vier kleine schwarze Lackstiefelchen neben der Tür🙂 – Kinder meiner Visionen und Hände.
    Kunst am eigenen Körper ist für mich ebenso eine ganz wichtige und kreative Sache. Sie führt die Gedanke zu uns, lenkt sie auf unseren Körper, kann ein schönes Attraktivitätsgefühl mit formen helfen. Hab viel Freude!

    • Liebe GG, dein Kommentar ist schon etwas älter. Tut mir Leid, dass ich vergessen habe darauf zu antworten. Gelesen hatte ich ihn aber. Und möchte jetzt auch etwas dazu sagen.

      Da hast du absolut recht. Manchmal hatte ich schon solche Anwandlungen, wo mir die Arbeit am eigenen Körper das Wertlegen auf recht triviale Dinge wie Schmuck und z.B. Nagellack ganz und gar überflüssig vorkam. Ich wollte mich ausschließlich auf Inneres konzentrieren und wurde dabei ganz wirr.

      Mitlerweile ist mir auch klar, dass der Mensch nun mal auch als Materie existiert und er deshalb auch mit dieser umgehen muss, um sich zu entfalten. Das ist ein bedeutender Teil unseres Seins.

      Auf die Motivation kommt es an. Es soll nicht darum gehen Eitelkeiten zu befriedigen oder Dinge zu tun, um andere damit zu beeindrucken, sondern sein Innerstes auszudrücken, es für den Moment materiell festzuhalten, bevor es in die Ewigkeit eingeht und sich erneut wandelt und verändert.

      Die Lackschühchen würde ich wirklich gern mal sehen. Muss ja reizend sein. Danke für diesen tollen Kommentar!

    • Liebe GG, bitte verrate mir dein Geheimnis! Woher nimmst du zu jeeeedem Thema die passenden Links? Hast du ein digitales Archiv oder googelst du es schnell oder hast du das alles im Kopf?😀 Jedenfalls danke! Werde mir beide Seiten angucken!

  2. *kicher* Das ist wohl eher Zufall, würd ich sagen. Ich bin seit einer Weile schon industriell gefertigten Cremes und Haarspülungen abhold und verwende für Haut und Haar selbstgemischte Öle.

  3. Sehr verehrtes Fräulein Cali,
    es freut mich, in den unendlichen Weiten der modernen Technik doch dann und wann auf Sinnesgleiche zu treffen und darf Sie hiermit offiziell bei den Guten herzlich willkommen heißen. Ich hoffe auch weiterhin den von Ihnen gehegten hohen Ansprüchen gerecht werden zu können, wobei ich mich jedoch vehement weigere, das Zusammenfassen treffender Worte als Kunst zu betrachten, sehe ich es doch als eine Grundeigenschaft des menschlichen Wesens an. Vielleicht bin ich jedoch schon zu alt und meine Denkansätze gehören zur alten Schule, die ich Ihnen jedoch gern ans Herz lege und Sie bitte, dies unter dem Volke der Jugend zu streuen und kund zu tun!
    Mit herzlichen Grüßen
    Ihre Frau Körb

    • Sehr geehrte Frau Körb,

      ich freue mich, dass Sie meine Spuren bis hierher verfolgt haben und verspreche, die angesprochenen Denkansätze so gut es mir möglich ist der Jugend zu vermitteln.

      Hochachtungsvoll,
      Fräulein Cali

      P.S.: Und doch ist es eine Kunst, Begebenheiten aller Art im Spiegel gestochen scharfer Eloquenz wiederspiegeln zu können. Nicht jedem ist diese Fähigkeit zueigen und doch handelt es sich wohl oder übel bei den meisten um Menschen.😉

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